WIDERSTAND

Aktivisten gegen Eierfabriken schließen Pakt

Fünf brandenburgische Bürgerinitiativen haben sich zusammengeschlossen, um ihr Drohpotenzial zu erhöhen. Gemeinsam wollen sie den Behörden auf die Füße treten, damit diese ihre Genehmigungspraxis für Riesenanlagen überdenken.
Ivonne Hackbarth Ivonne Hackbarth
Brandenburgs Widerstandskämpfer gegen Legehennenanlagen haben sich zusammengeschlossen und sammeln nun Geld, um juristisch gegen die Genehmigungspraxis vorzugehen.
Brandenburgs Widerstandskämpfer gegen Legehennenanlagen haben sich zusammengeschlossen und sammeln nun Geld, um juristisch gegen die Genehmigungspraxis vorzugehen. Ivonne Hackbarth
Warthe.

Die Bürgerinitiativen gegen Asphalthennen Ziesar, Eselshütt, Contra Industrie-Ei Uckerseen, Contra Eierfabrik Oranienburg und Löpten wollen nicht länger Alleinkämpfer sein. Nach ihren Erkenntnissen mache es kaum mehr Sinn, als einzelne Bürgerinitiative Kraft in den Widerstand vor Ort zu stecken und dabei Zeit, Nerven und Geld zu verschleißen. Schließlich gehen immer Legehennenfabriken an den Start, wobei die Anlagen stets ähnlich und die Investoren oft dieselben sind.

Sie wollen eine effektivere Strategie des Widerstands entwickeln und haben sich aus diesem Grund beim ersten Brandenburgischen Legehennen-Symposium im uckermärkischen Warthe zusammengeschlossen. Die Vertreter der fünf Bürgerinitiativen wollen in gemeinsamer Aktion juristische Schritte gegen die Genehmigungspraxis des Landesumweltamts Brandenburg für die industrielle Produktionskette der Eierproduktion von Junghennen bis zum Schlachthof unternehmen.

Stickstoffeintrag ist justiziabel

Als besonders problematisch und damit auch als nicht genehmigungsfähig sehen sie bei großen Freiland-Legehennenanlagen die massive Überfrachtung des stallnahen Teils des Auslaufbereiches durch Hühnerkot. Die Aktivisten verweisen auf wissenschaftliche Studien, die belegen, dass die Tiere fast nur diesen Teil des Auslaufes nutzen. Sie kritisieren, dass der dort in großen Mengen abgesetzte Stickstoff aus dem Kot vom schnell zertretenen Bewuchs nicht aufgenommen werden könne und so durch Auswaschung in Richtung Grundwasser gelange. Dies stelle eine Gefährdung des Grundwassers dar und schließe daher die Genehmigungsfähigkeit dieser Haltungssysteme aus.

Im gesetzeswidrigen Stickstoffeintrag in die Böden sehen die Vertreter der Bürgerinitiativen einen Hebel, der nach Ermessen ihres Rechtsanwalts justiziabel ist. Die Widerstandskämpfer wollen nun im nächsten Schritt Geld akquirieren, um ihren Rechtsanwalt zu beauftragen, ein Positionspapier zu erarbeiten.
 

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