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Aufwendige Suche nach Mutter von Babyleiche

Mit einer ungewöhnlichen Aktion wendet sich jetzt die Kripo an die Bevölkerung, um den Tod eines Babys aufzuklären. Das neugeborene Mädchen war im Mai 2014 in Friedrichsthal im Amt Gartz (Oder) gefunden worden.

Am 19. Mai 2014 war in Friedrichsthal die Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden worden. Seither sucht die Polizei nach der Mutter des Kindes.
Thomas Walther Am 19. Mai 2014 war in Friedrichsthal die Leiche eines neugeborenen Kindes gefunden worden. Seither sucht die Polizei nach der Mutter des Kindes.

Mit einer Handzettelaktion will die Kriminalpolizei jetzt die Uckermärker aufrütteln. Insgesamt 21 000 Flyer werden bis zum Wochenende in die Haushalte rund um den Fundort eines neugeborenen Mädchens gesteckt, dessen Leiche am 19. Mai 2014 in Friedrichsthal am Straßenrand gefunden worden war. 28 Revierpolizisten sowie Einsatzkräfte der Oranienburger Hundertschaft gingen im Amt Gartz seit den Donnerstagmorgen von Briefkasten zu Briefkasten und verteilten die 4000 Handzettel mit dem Aufruf „Totes Baby gefunden – Sie können helfen!“. Weitere 17 000 Flyer sollen am Wochenende in Schwedt zugestellt werden. Außerdem setzen die Ermittler auf das Fernsehen, um neue Zeugen zu finden oder weitere Hinweise zu bekommen. In der rbb-Reihe „Täter, Opfer, Polizei“ geben sie am Sonntag weitere Hinweise über den aktuellen Kenntnisstand.

Zurzeit gehen die Kriminalisten von Totschlag, nicht von Mord aus. Nach ihrer Meinung braucht die Kindsmutter unbedingt professionelle Hilfe, denn sie könnte erneut schwanger werden und dann in eine ähnliche Zwangssituation kommen.

DNA-Spuren sollen zur Mutter führen

„Jeder Hinweis wird diskret geprüft“, sagt der Leiter der Ermittlungsgruppe Jens Höwer. Die Kriminalpolizei konzentriere sich auf die gesicherten Spuren, darunter die schwarze Plastetüte, in der das tote Baby abgelegt worden war. Nach den jüngsten Veröffentlichungen in der Presse gab es zu der nicht in Deutschland produzierten Tüte fünf neue Hinweise. Außerdem ist den Ermittlern die DNA sowohl des Kindes als auch der Mutter bekannt, ist Jens Höwer vom Fahndungserfolg überzeugt. Darum werden auch weiterhin freiwillige Speichelproben mit der DNA abgeglichen.

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