BESTATTUNG

Beerdigung von Baby in Raten abgestottert

Einen halben Tag nur hat das erste Kind von Andrea Petke gelebt. Sie ließ es trotzdem würdevoll bestatten. So finanzierte die Familie die Kosten.
Claudia Marsal Claudia Marsal
Als Ashley starb, war kein Geld für die Beerdigung da.
Als Ashley starb, war kein Geld für die Beerdigung da. Privat
Andrea Petke, hier mit ihrer zweiten Tochter Claire, spricht oft über das erste Kind.
Andrea Petke, hier mit ihrer zweiten Tochter Claire, spricht oft über das erste Kind. Claudia Marsal
Prenzlau.

Zehn Jahre ist es jetzt her, dass Andrea Petke ihre älteste Tochter zu Grabe getragen hat. Auf dem Prenzlauer Friedhof steht ein hübscher Gedenkstein, der an die Kleine erinnert. Vor zwei Jahren hat die 37-Jährige die letzte Rate dafür abbezahlt. Obwohl das Sozialamt sofort einen Teil der Beerdigungskosten übernommen hatte, waren die verwaisten Eltern auf dem Rest von 3000 Euro sitzen geblieben. Wer ein Kind erwartet, hat kein Geld für eine Beerdigung auf der hohen Kante. Sofort begleichen konnten sie diese Summe nicht. „Aber wir haben sie ehrlich abgestottert und uns dafür jeden 50 Euro Schein vom Munde abgespart“, räumt Andrea Petke ein.

Würdiger Abschied war wichtig

Sich gegen eine große Bestattung des Kindes zu entscheiden, wäre leicht und vor allem billig gewesen, weiß die Kantinenmitarbeiterin: „Aber es war uns wichtig, dass Ashley einen würdigen Abschied bekommt.“ Andrea Petke sagt, dass sie es heute nicht anders machen würde. „Das hat Ashley verdient, auch wenn sie nur 24,5 Schwangerschaftswochen lang Teil unserer Familie war.“

Daheim steht ein Holzkreuz

Als das Frühchen kurz nach einem Notkaiserschnitt starb, fielen die jungen Eltern in ein tiefes Loch. Zum Glück kam sofort die Krankenhausseelsorge. Diese empfahl ihnen, das Kind richtig beerdigen zu lassen. Dazu verpflichtet gewesen wären die Eltern nicht. „Aber das hat uns den Abschied viel leichter gemacht“, ist Andrea Petke überzeugt. Gemeinsam mit ihrer drei Jahre später geborenen Tochter geht sie jeden Sonntag auf den Friedhof und hält Zwiesprache mit ihrem toten Kind. Auch daheim erinnert ein Holzkreuz im Schrank an den schlimmen Verlust.

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