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„Beim Wegschmeißen hat uns das Herz geblutet“

Es käme niemand auf die Idee, so prächtige Blumen in den Müll zu schmeißen. Doch genau das ist nach der LAGA passiert.
Es käme niemand auf die Idee, so prächtige Blumen in den Müll zu schmeißen. Doch genau das ist nach der LAGA passiert.
Fotomontage: Nadine Teucher

Eine Woche nach Ende der Landesgartenschau kochen nochmal die Emotionen hoch – doch jetzt hagelt es Schelte. Stein des Anstoßes ist die „Beräumung“ der Blumenhalle, bei der containerweise Pflanzen, Obst und Gemüse auf den Müll gewandert sein sollen.

„Haben wir es wirklich so dicke?“ – Sechs Tage, nachdem die Landesgartenschau ihre Türen geschlossen hat, ist in Prenzlau die Verwertung der „Reste“ Stadtgespräch. Peter Gutzmann gehört zu denen, die beobachtet haben, wie Stunden nach der Schließung bereits Hunderte Pflanzen, Gemüse und Obst in den Müll wanderten: „Vor dem Gebäude stand ein großer Container, in den alles hinein geschmissen wurde. Einfach aus den Töpfen gerissen – wegen der Mülltrennung, und dann weg. Uns hat das Herz geblutet.“

Er habe sich daraufhin ein Herz gefasst und die Verantwortlichen um Erlaubnis gebeten, etwas davon retten zu dürfen. Der Hardenbecker nahm zwei frische Weißkohlköpfe, einen Rotkohl und mehrere Stauden Blumen mit. Andere eiferten ihm nach. „Das wurde uns auch erlaubt. Aber musste es erst so weit kommen? Hätte man nicht vorher überlegen sollen, was aus den Überbleibseln wird?“, fragt sich auch Manuela Mallow, die auf dem dortigen Regionalmarkt gearbeitet hat. Der jungen Frau tat es vor allem um die Kartoffeln, Zwiebeln, Möhren, Äpfel und Paprikaschoten leid, die in der Herbst-Ausstellung gestanden hatten und nun völlig sinnfrei im Unrat gelandet waren. Jede Tafel hätte sich darüber gefreut, ist sie überzeugt.

So wie ihr ging es offenbar vielen anderen Leuten, denn im Internet taten in den vergangenen Tagen mehrere ihren Protest kund. Davon hat natürlich auch die LaGa-Geschäftsführung Wind bekommen. Sprecher Matthias Bruck teilte am Freitag auf Nachfrage mit, dass man um die hitzige Debatte bereits wisse. Aber seiner Meinung nach habe es keinen anderen Weg gegeben. So sei nach dem Ende jeder Blumenschau mit den „Resten“ verfahren worden, nicht nur bei der LAGA in Prenzlau. „Und ganz ehrlich, nach zwei Wochen Schau war das alles nicht mehr wirklich frisch.“ Alles andere werde aber gut verwertet, versicherte er. Im Boden verblieben seien 500 000 Tulpenzwiebeln, die im Frühjahr Pracht verheißen. Alles Mobiliar und Zubehör sei zudem eingelagert und werde entweder aufbewahrt oder später verkauft.

 

Kommentare (1)

Wenn sie mich fragen, müsste man die Verantwortlichen, die dafür ihre Zustimmung gegeben haben, alles Obst und Gemüse zu vernichten, sofort ihres Amtes entheben. Bei soviel Armut und Elend in dieser Welt wird Nahrung einfach weggeworfen. Schämen sollte man sich für soviel Ignoranz.