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Couragierte Prenzlauer retten Somalier vor Verfolgern

In der Prenzlauer Friedrichstraße ereignete sich der Übergriff.
In der Prenzlauer Friedrichstraße ereignete sich der Übergriff.
Melanie Zimmermann

Zwei junge Männer verfolgen und beschimpfen einen Asylbewerber in der Innenstadt. Mutige Geschäftsleute verhindern Schlimmeres.

Zwei junge Männer im Alter von 23 und 28 Jahren haben einen dunkelhäutigen Mann in der Prenzlauer Friedrichstraße verfolgt, bedrängt und bedroht.

Inzwischen ist bekannt, dass es sich bei dem Opfer um einen 25 Jahre alten somalischen Asylbewerber handelt. Darüber informierte Astrid Reinecke aus der Pressestelle der Polizeidirektion Ost in Frankfurt (Oder).

Der junge Afrikaner hatte Zuflucht hinter der Theke im Pavillon des City-Döners gesucht, um seinen aggressiven Verfolgern zu entgehen. „Die beiden schienen ziemlich betrunken zu sein, das konnte man an der Art und Weise erkennen, wie sie herumgebrüllt haben“, schilderte eine Mitarbeiterin aus einem benachbarten Geschäft. Außerdem hätten sie Bierflaschen dabei gehabt.

Ernst der Situation schnell erkannt

Der Imbissbetreiber erkannte den Ernst der Situation und ließ den Verfolgten sofort in seinen Laden. „Er hat sich direkt hinter der Theke versteckt.“ Die beiden Männer blieben vor verschlossener Tür stehen und riefen massive fremdenfeindliche Beleidigungen in Richtung des Somaliers.

Die beiden Tatverdächtigen konnten durch Polizeikräfte schnell gestellt werden. Das Opfer meldete sich später auf der Prenzlauer Polizeiwache.

Polizeilich bereits bekannt

Die beiden Tatverdächtigen sind bereits polizeilich wegen kleinerer Drogen- und Diebstahldelikte bekannt, bestätigte die Polizeisprecherin. „Im Bereich der Fremdenfeindlichkeit gab es bisher jedoch bei beiden noch keine Vorkommnisse.“

Aufgrund des Verhaltens der Männer am Mittwochabend übernahm der Staatsschutz alle weiteren Untersuchungen in diesem Fall. Fest stehe bereits, dass beide sich wegen Bedrohung, Beleidigung sowie versuchter Körperverletzung verantworten müssen.

Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer, der von dem Vorfall am Freitagmorgen aus dem Uckermark Kurier erfuhren hatte, setzt bei der Aufklärung des Falls auf die Ermittlungen der Beamten. Der Vorfall sei keineswegs typisch für Prenzlau.

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