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Den Klassenerhalt gesichert

Johannes Persecke musste in der 74. Minute verletzt vom Feld. Der Stürmer wird nun wohl bis Saisonende ausfallen. [KT_CREDIT] FOTO: G. Haffer

VonGunnar HafferAm 23. Spieltag der Landesliga Nord bezwingt der FSV Rot-Weiß Prenzlau den SV Blau-Weiß Petershagen/Eggersdorf mit 2:0 (1:0).Prenzlau.Nein, ...

VonGunnar Haffer

Am 23. Spieltag der Landesliga Nord bezwingt der FSV Rot-Weiß Prenzlau den SV Blau-Weiß Petershagen/Eggersdorf mit 2:0 (1:0).

Prenzlau.Nein, das war kein Vergleich zur Vorwoche, als mit dem 6:2-Erfolg in Kyritz wohl das Meisterstück zum definitiven Klassenerhalt im dritten Landesliga-Jahr des FSV Rot-Weiß Prenzlau gelang. Im Mix aus Sonnenschein und eisigem Wind gelang am Sonnabend zwar der so sehr erhoffte fünfte Saison-Heimsieg, brillant aber war das nicht.
Auf die Siegerstraße brachte die Uckermärker einmal mehr Marcel Urbanowicz. Der 34-jährige Stürmer – erneut als einzige Spitze aufgeboten – erahnte eine herrliche Vorarbeit von Marcel Blume über links, lief punktgenau in der Mitte ein und verwandelte die Hereingabe von der Grundlinie geschickt flach ins lange Eck zu seinem elften Saisontreffer – 1:0 (8.).
Die Platzherren versuchten es gut, mit energischen Zweikämpfen das teils tolle Kombinationsspiel der „Doppeldörfer“ zu unterbinden, das aber gelang nicht immer. Paul Westphal schloss nach sehenswerter Vorarbeit von Sebastian May im Prenzlauer Strafraum ab, verzog aber links am Tor vom wieder fehlerfreien Udo Burmeister vorbei (12.). Auf der anderen Seite servierte FSV-Kapitän Stephan Bethke einen Freistoß von links aufs lange rechte Toreck, wo allerdings Urbanowicz und Michael Kraft knapp verpassten (16.).
Die erste spielentscheidende Aktion der Partie aber war kein Tor, sondern ein Stürmerfoul, wie der sehr besonnene Schiedsrichter Stefan Fleschner richtig erkannte: Nach SV-Eckball von links durch Maik Fochler krachte Dave Gebauer im Torraum heftig mit Keeper Udo Burmeister zusammen und verletzte sich schwer. Die klaffende Platzwunde über dem rechten Auge wurde schnell im Krankenhaus versorgt, für den 27-Jährigen kam Patrick Paul (25.).
Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit wirkten die Gäste etwas gehemmt, allerdings hielt der FSV auch gut dagegen. Sehr engagiert zeigte sich abermals Marcel Blume, der nimmermüde immer wieder antrat und nach eigenem Ballgewinn weite Wege ging. Aber auch Matthias Böge erwischte einen guten Tag und bewies seine tollen Defensivqualitäten. Dann aber kamen die Gäste gleich mehrfach zu schönen Spielzügen vor dem gegnerischen Strafraum. Michael Kraft rettete gegen Maik Fochler, ehe Florian Jankowski und Steve Rumi knapp über den Kasten schossen (36., 38.). Jeromé Schulz schickte seinen FSV-Kapitän Stephan Bethke über halb-links, der sich plötzlich gänzlich allein vor dem herauseilenden Ersatzschlussmann der Petershagener, Benjamin Ettenhuber (18), wiederfand. Bethke allerdings rutschte leicht aus und so war der Ball leichte Beute für den jungen Torwart. Johannes Persecke brachte einen 28-Meter-Freistoß direkt aufs Tor, aber Ettenhuber klärte knapp zur Ecke (42.).
Nach dem Wechsel ging es wieder ganz schnell. Kaum fünf Minuten waren gespielt, da holte Jeromé Schulz einen Eckball heraus, den Marcel Blume von links in die Mitte brachte. Stephan Bethke stieg diesmal am höchsten und traf mit seinem inzwischen fünften Saisontor zum 2:0 (50.). Nun aber ging es auf und ab auf dem bestens präparierten Rasen, ein Konter jagte den nächsten. Mit dem nächsten Ballgewinn in der eigenen Hälfte schickte Marcel Blume Johannes Persecke durch die Mitte. Der 25-Jährige stürmte völlig allein auf Ettenhuber zu und versuchte zu lupfen. Petershagens Keeper aber hob geistesgegenwärtig die rechte Hand und hatte den Ball – das war knapp (66.). Eine Flanke von Schulz, der auf seiner rechten Außenbahn einen guten Job machte, geriet fast noch zum Torschuss, der Winkel aber war dann doch zu spitz (69.). Im direkten Gegenzug verzog Daniel Gamrath aus 18 Metern ganz knapp links über Burmeisters Kasten (70.).
Ein nächstes steiles Anspiel auf Johannes Persecke ahnte Ettenhuber erneut grandios, wieder blieb er Sieger gegen den allein enteilten Prenzlauer. Dessen Antritt in die Spitze aber sollte Folgen haben. Eine erste Diagnose am Abend ergab eine erneute Zerrung im rechten und einen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel – das sah wahrlich nicht gut aus. Für Persecke kam Youngster Eric Warncke zu seinem inzwischen zweiten Einsatz in der „Ersten“ des FSV (74.). Die Oderländer hatten zwar noch längst nicht aufgegeben, Prenzlau aber zog jetzt alles dicht am eigenen Sechzehner zusammen und verteidigte stark. Petershagens Fabian Prill köpfte aussichtsreich noch einmal in die Arme von Udo Burmeister (90+1.).
Dann aber war es vollbracht. Trotz des herben Verlustes von Johannes Persecke feierte das treue Publikum den achten Saisonsieg des FSV Rot-Weiß, der sich auf Rang acht zurückkämpfte. „Ich bin überglücklich und freue mich für die Mannschaft und über den nun wohl sicheren Klassenerhalt“, lobte Marcel Blume nach der Partie den Zusammenhalt im Team. Besonderen Applaus im Stadion aber erhielt Silvio Ulrich: Der Routinier im Team feierte an diesem Tag seinen 47. Geburtstag – und das vor einem begeisternden Publikum aller Altersklassen.
RW Prenzlau mit: Burmeister, Kraft, Wilski, Ulrich, Bluhm (ab 90+2. Bucher), Böge, Bethke, Schulz, Persecke (ab 74. Warncke), Blume, Urbanowicz.