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Der frechste Dieb in der Adventszeit

Der Dieb muss diesen Weg entlang gelaufen sein. Er blieb bei seinem Coup unerkannt.
Der Dieb muss diesen Weg entlang gelaufen sein. Er blieb bei seinem Coup unerkannt.
Claudia Marsal

Normalerweise gibt der Kunde das Geld. Und der Verkäufer legt es in die Kasse. In Prenzlau lief es andersrum.

Im Prenzlauer SparkassenCenter herrscht seit Tagen Hochbetrieb. Nicht nur die Parkplätze sind knüppelvoll. Auch in den Läden drängen sich die Kunden. Sehr zur Freude der Händler, die gute Geschäfte machen. Oder auch nicht. Denn in dieser Woche trug sich hier Folgendes zu: Um die Mittagszeit schlenderte ein Mann durchs Foyer und bog in einen der kleinen Läden ab. Die dortige Angestellte bediente gerade einen Kunden an einer Vitrine - diese Chance nutzte der Ganove. Er schob kurzerhand die Ständer vor dem Bezahlbereich bei Seite und öffnete die Kasse. 1300 Euro brachte dem Dieb der Griff ins fremde Vermögen ein. Er entkam zum Leidwesen des Chefs. Dem Geschäftsmann blieb danach nichts weiter übrig, als Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten.

Er selbst wollte in dem Bericht über das freche „Weihnachtsgeschäft“ nicht namentlich erwähnt werden. Zu groß ist wahrscheinlich die Angst, dass sich schnell Nachahmer finden. Vor zwei Jahren hatte man den Laden schon einmal im großen Stil ausgeräumt. Auch der Handyshop ein paar Türen weiter hatte bereits mehrmals in Folge ungebeten Besuch. Hier zerstörten die Langfinger jedes Mal auch Inventar und Türen. „Man darf gar nicht darüber nachdenken, was sonst noch so über den Tag wegkommt“, ist im benachbarten Geschenkeshop zu erfahren. Es sei schließlich nicht möglich, alle Waren diebstahlssicher auszurüsten. Ehrlichkeit wird selbst vor dem heiligen Fest nicht unbedingt großgeschrieben, so das Fazit der Händler.