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Der Güterverkehr wird zur Plage

Anwohnerin Anja Streblow hat die unzumutbare Szenerie von ihrem Fenster in der Brüssower Straße aus festgehalten.
Anwohnerin Anja Streblow hat die unzumutbare Szenerie von ihrem Fenster in der Brüssower Straße aus festgehalten.
Anja Streblow

Viel öfter als sonst poltern Laster durch die Brüssower Straße in Prenzlau. Die Anwohner möchten, dass das holprige Kopfsteinpflaster mit Asphalt überzogen wird. Doch ihre Hoffnungen werden enttäuscht. Die Prioritäten sind anderswo gesetzt.

Am Prenzlauer Verladebahnhof brummt zurzeit das Geschäft. Bis in die Nachtstunden hinein rollen Züge an und warten aufs Be- und Entladen. Vor allem Schüttgut, aktuell Kalk und Kies, kommt dort von der Schiene auf die Straße oder retour. Was für die Wirtschaft und die Unternehmen gut ist, wird für Anwohner in der Brüssower Straße zur Plage.

Anja Streblow wagt kaum, die Fenster in ihrer Wohnung zu öffnen. „Es vergeht keine Stunde mehr, ohne dass hier bis zu 20 Lkw lang brettern“, klagt die zweifache Mutter. Mit ihrem Baby sucht sie tagsüber das Weite. Doch ihr Mann ist Schichtarbeiter. Damit er Ruhe findet, müssen die Fenster geschlossen bleiben. Anwohner Ron Kassube fordert: „Der Lärm ist unerträglich, da muss etwas passieren.“ 

Prenzlaus Baudezernent Dr. Andreas Heinrich versichert, dass man die Klagen sehr ernst nehme. Das Thema war bereits im Bauausschuss erörtert worden. Letztlich hätten die Abgeordneten die Prioritäten aber anders gesetzt. Die Brüssower Straße steht im Negativ-Ranking zwar unter den ersten Zehn, aber nicht an vorderer Stelle. Das Ordnungsamt hat als erste Hilfsmaßnahme nun die Geschwindigkeit in diesem Bereich auf Tempo 20 reduziert, um den Lärm etwas zu minimieren.