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Der Honig-Mixer und seine neueste Kreation

Gerhard Hofert erfand Honig mit Sanddorngeschmack und ist damit auch auf der Landesgartenschau präsent. Der Drenser Daniel Rach half dem Imker bei der Gestaltung seiner persönlichen Werbung, damit ihn die Honigliebhaber gleich finden. [KT_CREDIT] FOTO: M. Strehlow

VonMonika StrehlowIn der dritten Generation hegt und pflegtGerhard Hofert seineBienen schon. Trotzdem istder 71-Jährige Neuem aufgeschlossen, schafft moderne ...

VonMonika Strehlow

In der dritten Generation hegt und pflegt
Gerhard Hofert seine
Bienen schon. Trotzdem ist
der 71-Jährige Neuem aufgeschlossen, schafft moderne Technik an
und kreiert jetzt sogar eine neue Honigsorte.

Wallmow.Vor nicht mal drei Wochen hatte Gerhard Hofert die ersten Gläser seiner neuen Spezialität abgefüllt – und ist selbst überrascht von dem Erfolg. Die Besucher der Landesgartenschau in Prenzlau rissen dem Wallmower Imker seinen ersten Sanddornhonig fast aus den Händen – so begehrt ist das reine Naturprodukt bei den Besuchern. Die sind diesmal im Vorteil gegenüber den Einheimischen, von denen erst wenige die Neuheit zu kosten bekamen. Den meisten schmeckt der cremig gerührte, zartgelbe Honig so, wie er ist. Nur wenige wollen weniger vom herben Sanddorn schmecken, das sind wohl die echten Süßmäuler. Doch die meisten Verkoster haben
Gerhard Hofert davon abgeraten, seine streng geheim gehaltene Rezeptur zu verändern.
Sein Sohn Frank führt in Herzberg eine Firma, die Sanddornbeeren ökologisch verarbeitet. Der Fachbetrieb gewinnt daraus Säfte, Mark, Püree, Konzentrat, Pulver, Fruchtfleischöl und Kernöl. „Es gibt so viele Sanddorn-
produkte, warum sollen sie nicht auch Honig veredeln?“, meint Herhard Hofert. In dritter Generation hält der
71-Jährige die Familientradition des Imkerns hoch. Schon Großvater Karl und Vater Franz hielten Bienen. Bei ihnen ging der Steppke in die Lehre – nicht nur als Imker, sondern später auch als Schmied. Mit den Immen praktisch aufgewachsen, war es für den Wallmower wohl selbstverständlich, mit dem Bienenwagen der Blüte hinterherzuziehen, erzählt er von Wanderungen zu riesigen Rapsfeldern oder anderen Blüten-Gründen.
Zwischen Mai und September steckte er seine Freizeit in das geliebte Hobby, obwohl ihn auch die Arbeit auf der LPG und später in der KAP forderte. Als Werkstattmeister, Abteilungsleiter und Baumeister waren sein handwerkliches und organisatorisches Geschick gefragt. Da stellte der Bau des eigenen Bienenwagens für ihn auch keine Hürde dar. Das ist mittlerweile vier Jahrzehnte her, erinnert sich Gerhard Hofert. Nur zur Wende stand sein Hobby auf der Kippe. „Zwei Jahre habe ich das Imkern ruhen lassen; zu vieles war zu Beginn der 1990er-Jahre ungewiss.“
Heute beschränkt sich Hofert auf zehn bis zwölf Völker, die er in Magazinbeuten hält. Das reicht gut für den Honighunger in der Familie. Nur das Wort „Ruhestand“ nimmt er bis heute nicht so genau. Noch immer unterstützt er in der Nachwendefirma, die er mit auf die Beine gestellt hatte. Und er grübelt über neue Honigsorten. Oder unterstützt seine Mitstreiter im Imkerverein Schmölln e.V. Die mischen kräftig auf der Landesgartenschau in Prenzlau mit, beteiligen sich an der Imker-Interessengemeinschaft. Dort ist Gerhard Hofert mit seinem Sanddornhonig anzutreffen. Das Plakat, mit dem er auf die Neuheit aufmerksam macht, stammt von Daniel Rach, dem er dafür dankbar ist. Denn die neue moderne Technik in seinem Bienenwagen und im Vorbereitungsraum beherrscht er inzwischen einigermaßen. Doch beim Gestalten auch der kleinen Etiketten für die Honiggläser hat der Fachmann aus Drense eben ein besseres Händchen.