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Der Mann ohne Puls

Hand aufs Herz, das funktioniert immer noch, aber ein Pochen in der Brust von Kurt Bieche kann seine Ehefrau Dietlinde nicht mehr zu spüren.
Hand aufs Herz, das funktioniert immer noch, aber ein Pochen in der Brust von Kurt Bieche kann seine Ehefrau Dietlinde nicht mehr zu spüren.
Claudia Marsal

Der Prenzlauer Kurt Bieche hat Glück gehabt. Lange Zeit sah es nicht so aus, als ob er weiterleben dürfte. Doch er kämpfte und bekam glücklicherweise einen Helfer aus Titan eingepflanzt.

Dietlinde Bieche schmiegt sich immer noch gern an die Brust ihres Mannes. Sie kuschelt sich in jeder freien Minute an ihn, wohl wissend, dass er dem Tod nur ganz knapp von der Schippe gesprungen ist. Die Prenzlauerin genießt die Momente mit ihm seitdem noch intensiver, doch eins wird sie in seinen Armen nie wieder hören können - seinen Herzschlag. Das einst so vertraute Bubummbubumm in seiner Brust ist nämlich einem kaum vernehmbaren Summen gewichen. Es gibt da kein Klopfen, kein Pochen mehr, ebenso wenig, wie man bei Kurt Bieche noch einen Puls fühlen könnte. Er hat keinen mehr. Der Rentner weilt nämlich nur noch unter den Lebenden, weil ihm ein Kunstherz implantiert worden ist.

Dabei handelt es sich um ein Hightech-Gerät, das Spezialisten in den USA entwickelt haben. Eingesetzt worden ist ihm die Mini-Pumpe aus Titan aber von Ärzten aus Deutschland, am Herzzentrum Karlsburg - während einer langwierigen, komplizierten OP. Und das zu einem Zeitpunkt, als seine Familie kaum noch zu hoffen wagte, den geliebten Ehemann und Vater wieder zu sehen. Der pensionierte Elektriker hatte nämlich an seinem 40. Hochzeitstag einen schweren Herzinfarkt erlitten. Bei der späteren Bypass-Operation war er dann ins Koma gefallen und hatte die brenzlige Situation nur dank ärztlicher Kunst und modernster Technik überlebt. Sieben Monate später geht es ihm besser denn je. Sein 70. Geburtstag in dieser Woche wird als erster im neuen Leben in die Familiengeschichte eingehen.