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Ein Brief, der wütend macht

Dieser Brief sorgt zurzeit für Ärger in Prenzlau.
Dieser Brief sorgt zurzeit für Ärger in Prenzlau.
Claudia Marsal

Bildungsnotstand – in der Kreisstadt ist das offenbar keine hohle Phrase mehr. Am Gymnasium werden ab sofort in den Klassen 7/8 Physik und in der 8 WAT nicht mehr unterrichtet. Die Schule benötigt die Fachlehrer für die Erteilung der Mathe-Stunden. Selbst der Bürgermeister ist entsetzt.

Die jetzigen Siebent- und Achtklässler des Prenzlauer Gymnasiums dürften bald unrühmlich Geschichte schreiben. Bei ihnen entfällt bis auf Weiteres komplett der Physik- und ab Klasse 8 auch noch der WAT-Unterricht (Wirtschaft/Arbeit/Technik). In so geballter Form gab es Ausfall in wichtigen Fächern vermutlich noch nie. Selbst der Bürgermeister erfuhr von diesem drastischen Einschnitt nur nebenher, weil seine beiden Jungs aufs Gymnasium gehen und einen Info-Zettel in den Mappen hatten.

Hendrik Sommer ist entsetzt: „Ich habe kein Verständnis dafür, dass wir als Schulträger zum wiederholten Male solche wichtigen Informationen beinahe durch Zufall erhalten, nicht aber offiziell und vorab in Kenntnis gesetzt werden.“

Wissensvermittlung hat Priorität

Die Kommune sei vom Toilettenpapier bis zur Heizungsanlage für das Gymnasium verantwortlich und stehe jederzeit sofort parat. Aber das Wesentliche bei der Wissensvermittlung seien ein regelmäßig stattfindender und alle Fächer der Stundentafel berücksichtigender Unterricht sowie gut ausgebildete Lehrer. „Wenn wir dies nicht haben, nützen uns am Ende auch ideale Rahmenbedingungen nichts.“

Die Schulleitung verwies darauf, dass das Landesschulamt an einer Lösung dran sei. Ob es diese gibt, das konnte der Uckermark Kurier bis dato nicht in Erfahrung bringen. Trotz mehrmaliger Anfragen gab es keine Rückmeldung von dort.