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Kultur

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Einzig der Tanz um ein Lagerfeuer schien zu fehlen

Die Musiker begeisterten mit Barocken und modernen Klängen und machten sich gekonnt die Akustik der Nikolaikirche zunutze.
Die Musiker begeisterten mit Barocken und modernen Klängen und machten sich gekonnt die Akustik der Nikolaikirche zunutze.
Martin Kruppa

Die Uckermärkischen Musikwochen haben sich in der Uckermark Region einen Namen gemacht und sind kaum noch wegzudenken.

Als kultureller Höhepunkt des Jahres kann man an den vier Wochenenden im August Musik von unterschiedlichen Künstlern und Ensembles an noch unterschiedlicheren und teilweise ungewöhnlichen Veranstaltungsorten genießen.

Die Prenzlauerin Hannelore Witzsch ist begeistert. „Viele Uckermärker ahnen gar nicht, wie schön es eigentlich ist, so ein Konzert mitzuerleben“, schwärmt die ehemalige Musiklehrerin. Sie besuchte am Samstag das Auftaktkonzert der Uckermärkischen Musikwochen. In diesem Jahr begann das das Ensemble „Inégal“ (zu Deutsch „ungleich“) in der Nikolaikirche in Prenzlau. Sie präsentierten sowohl gesangliche als auch instrumentale Solisten.  Als wollten sie einen Vorgeschmack auf die Vielfalt der kommenden Konzerte geben, war an dem Abend nicht nur Musik von Antonio Vivaldi aus dem 18. Jahrhundert, sondern auch moderne Stücke von Avo Pärt, zu hören.

Schon mit dem ersten modernen Stück nach der Pause sah man viele Zuschauer die Hälse recken und erstaunt nach vorne schauen. Bei „Raua Needmine“ von Veljo Tormis ertönten eher ungewöhnliche Klänge. Durch die alte Volkliedform, wie sie von Schamanen gepflegt wurde, sah man sich in eine ganz andere Welt versetzt. Zu den rhythmischen Schlägen der Schamanentrommel jaulten und sangen Chor und Solisten. Einzig das Tanzen um ein Lagerfeuer schien zu fehlen.

An den kommenden drei Wochenenden bekommt man noch häufig Gelegenheit in vielfältigen Konzertstätten, wie großen Speichern, Ställen und Scheunen, unterschiedlichen Kirchen und gemütlichen Räumen von Gutshäusern, Konzerte unterschiedlicher Künstler zu genießen. Christoph Wichtmann organisiert die Musikwochen bereits zum zwanzigsten Mal. „Viele wissen nicht, dass der schönste Ort bei so schwülem Wetter in alten Gemäuern ist“, verrät er. „Und genau dort machen wir unsere Konzerte!“

Informationen zu den kommenden Veranstaltungen finden Sie auch online unter www.Uckermaerkische-Musikwochen.de.