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Eltern müssen sich auf neuen Kita-Streik einstellen

Die Kita-Erzieher in der Uckermark fordern mehr Personal in den Einrichtungen. Sollte kein akzeptables Tarifangebot vorliegen, droht die Gewerkschaft ver.di mit einem flächendeckenden und unbefristeten Streik nach Pfingsten.
Die Kita-Erzieher in der Uckermark fordern mehr Personal in den Einrichtungen. Sollte kein akzeptables Tarifangebot vorliegen, droht die Gewerkschaft ver.di mit einem flächendeckenden und unbefristeten Streik nach Pfingsten.
Martin Schutt

Der Protest der Erzieher Mitte Mai war nur eine Probe, um die Streikbereitschaft in einzelnen Orten zu testen. Nach Pfingsten will die Gewerkschaft in die Vollen gehen, sollte kein akzeptables Tarifangebot vorliegen.

Die Gewerkschaft ver.di ist mit der Streikbereitschaft der uckermärkischen Kita-Erzieherinnen zufrieden. Aus den zum Ausstand aufgerufenen kommunalen Kitas in Prenzlau und der Gemeinde Uckerland waren an allen drei Streiktagen Mitarbeiter auf ver.di-Kundgebungen vertreten, so Dieter Korte, Gewerkschaftssekretär Berlin-Brandenburg. Daher hält er es für wahrscheinlich, dass es nach Pfingsten zu einem flächendeckenden und unbefristeten Streik in Brandenburg kommen wird, sollten die kommunalen Arbeitgeber kein akzeptables Tarifangebot vorlegen. „Dann gehen wir in die Vollen“, verkündete Korte.

Die Eltern im Kreis müssen sich also doch noch auf einen Betreuungsnotstand gefasst machen. Das gilt dann auch für die Stadt Templin, deren kommunale Kitas nicht bestreikt wurden. Es sei in der vergangenen Woche nur in einzelnen Orten gestreikt worden. Der Grund: „Wir wollten zunächst testen, wie die Kita-Beschäftigten so drauf sind“, erklärte Korte. Er bestätigte, dass es in der ersten Streikrunde nicht gelang, eine Kita in der Kreisstadt zu schließen. Einzig in der Gemeinde Uckerland habe es die Gewerkschaft geschafft, dass mindestens eine Betreuungsstätte schließen musste. Am Dienstag waren sogar zwei der drei Einrichtungen in Uckerland zu.

Die Gewerkschaft schickt nun ihre Mitarbeiter auf „Rundreisen", um die Kita-Mitarbeiter zu motivieren, beim Streik mitzumachen. Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) macht sich Sorgen, dass es nach Pfingsten zu einem Betreuungsnotstand kommen könnte. „Wenn die Kita-Mitarbeiter streiken, wird es schwierig, die Kitas offen zu halten“, räumte Sommer ein.