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Eltern nehmen Entschuldigungsgeld nicht an

Die Kleine ahnt nichts von dem Trubel.
Die Kleine ahnt nichts von dem Trubel.
Piotr Kawski

Pola ist ein kleines Mädchen, dem in der letzten Woche ein Schmähbrief galt. Als Entschuldigung schickte der Verfasser danach 150 Euro. Doch Geschichte nahm eine überraschende Wendung.

Die kleine Pola ahnt nichts von dem Trubel, den ihre Ankunft auf Erden ausgelöst hat. Und das ist auch gut so. Denn selbst ihre Eltern Aneta Kawska und Piotr Kawski haben noch immer nicht realisiert, was sich da in den letzten Tagen ereignet hat. Der 26-jährige Vater des Mädchens hatte anlässlich der Rückkehr von Mutter und Kind aus dem Krankenhaus ein großes Banner vor seinem Haus in Blindow gespannt. „Herzlich Willkomen“ stand da auf großen Lettern. Über das fehlende „M“ im zweiten Wort ärgert sich der aus Stettin stammende Immobilienmakler noch immer, aber so ist das halt, wenn man in einer fremden Sprache schreibt.

Betrag dem "Haus des Kindes" gespendet

Der junge Vater hätte aber nie im Leben damit gerechnet, dass dieser Lapsus jemand anderen so verärgert, dass er einen bösen Brief schreibt. Doch das geschah. Wenig später folgte die öffentliche Entschuldigung des Verfassers. Der oder die Schreiber(in) schickten einen zweiten Brief  und legten 150 Euro für die kleine Pola bei. Doch dieses Geld will Familie Kawski nicht. „Wir nehmen die Entschuldigung an, aber die 150 Euro nicht“, bekräftigte die Mutter der Kleinen. Die 26-jährige Grundschullehrerin machte keinen Hehl daraus, dass sie der Schmähbrief sehr getroffen hat. „Wir dachten immer, dass wir geachtet sind. Keine Ahnung, woher dieser große Hass auf uns kommt. Vielleicht weil wir aus Polen stammen...“ 

Die Eltern haben das Geld in dieser Woche an das Prenzlauer „Haus des Kindes“ gespendet.