Prenzlauer Kita überrascht
Forstwirt baut eine Zwergenbank

Monett Kolm
Monett Kolm
Claudia Marsal

In der Kita von Monett Kolm kennt die Begeisterung zurzeit kaum Grenzen. Das Hofmobiliar hat nämlich Zuwachs bekommen – dank eines jungen Baumpflegers.

Männer mit Herz und Talent – die sind nicht so dicht gesät. Das weiß Monett Kolm. Umso überraschter war die 41-Jährige, als ihr in diesem Jahr erneut so ein Exemplar über den Weg lief. Rein dienstlich, versteht sich. Denn privat ist die Mutter von vier Kindern längst in festen Händen. In ihrer Funktion als Kita-Leiterin aber traf sie auf Marcel Hegenbarth. Der gebürtige Prenzlauer arbeitet als selbstständiger Forstwirt und Baumpfleger, vorwiegend als Forstdienstleister in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Zu Monett Kolm führten ihn ursprünglich zwei uralte Birnbäume, die notgefällt werden mussten. Die Maßnahme war zum Schutz der darunter spielenden Kinder notwendig, erinnert sich die Kreisstädterin zurück. Doch schon bei der ersten Inaugenscheinnahme des Objektes habe Marcel Hegenbarth ihr gesagt, dass er aus dem Holz etwas Schönes für die Kinder machen werde. „Er fand unsere Einrichtung so toll und wollte uns etwas Gutes tun”, erzählt Monett Kolm ganz begeistert. Der Mann hielt Wort.

Liebe zum Detail

Er setzte die Säge an und zauberte in den nächsten Wochen aus dem Holz eine Bank, die gewiss Ihresgleichen sucht. Die Kita-Chefin kann kaum in Worte fassen, wie groß die Begeisterung über das Kunstwerk aus seinem Hause ist. „Er hat mit so viel Liebe zum Detail gearbeitet – ich bin ganz gerührt”, schwärmt Monett Kolm und zeigt zum Beweis auf das Sitzmöbel, welches seinen Platz auf dem Kita-Hof gefunden hat. Auf der linken Seite lugt ein kleiner Kobolt hervor, flankiert von einem dicken Pilz und einem Schmetterling.

Das Flattertier wiederum sitzt auf einer Sonnenblume, deren Topf auf der Sitzfläche steht. Ähnlich hübsch geht es auch auf der Nachbarseite zu. Hier streckt ein dicker Holzwurm seine Nase in den Wind, gleich daneben sitzt eine süße Schnecke. „Die Kinder waren ganz aus dem Häuschen, als er die Bank gebracht hat”, berichtet die Kita-Leiterin. Jeder habe drauf sitzen wollen. Bis heute sei die Euphorie nicht abgeebbt, setzt Monett Kolm schmunzelnd hinzu. Sie hätten natürlich sofort gemerkt, dass das genau die Figuren sind, welche die Kita in ihrem Logo hat. Und die Knirpse bekamen kurz darauf wieder Grund zur Freude. Marcel Hegenbarth, selbst Vater von zwei Kindern, brachte nämlich noch einen großen Zwerg vorbei, das ein Schild mit dem Kita-Namen „GartenZwerge” hoch hält sowie eine dicke Holzschnecke als Hofelement.

Familiäres Klima

„Wir sind so überwältigt von den Arbeiten und der lieben Geste, dass wir dem Schnitzer gern öffentlich Danke sagen wollen. Es ist nicht selbstverständlich, was er da für uns getan hat”, ist sich die Kreisstädterin bewusst. „Vielleicht werden ja so auch noch andere Leute auf sein großes Talent aufmerksam. Etwas Vergleichbares habe ich noch nicht gesehen.” Die Kita „GartenZwerge” wurde vor zwei Jahren auf private Initiative von Monett Kolm gegründet. Die Einrichtung residiert in einer umgebauten Villa in der Schenkenberger Straße und ist mehr als gut ausgelastet. Derzeit sind 30 Mädchen und Jungen angemeldet. Sie werden von fünf pädagogischen Kräften, vier Azubis und zwei Rentnerinnen auf Zuverdienstbasis betreut. Die Chefin beschreibt das Klima als familiär, nicht nur beim Umgang mit den Kindern, sondern auch untereinander im Personal. „Gerade das fand unser Schnitzer auch so toll. Deshalb wohl das Zusatzgeschenk.” Kontakttelefon: 0152 29286544