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Gauner kauft mit fremdem Konto ein

Internet-Betrüger hatten unter anderem Fernseher mit dem Konto ihres Opfers eingekauft.
Internet-Betrüger hatten unter anderem Fernseher mit dem Konto ihres Opfers eingekauft.
Horst Skoupy

Eine Prenzlauerin bekam eine Rechnung von einem Internet-Auktionshaus. Sie war geschockt: 13 Mal soll sie dort eingekauft haben. Doch sie streitet das ab. Inzwischen weiß die Polizei, dass Hacker der Frau übel mitspielten.

Einer Prenzlauerin flatterte eine saftige Rechnung eines Internet-Auktionshauses ins Haus. Sie habe in den vergangenen Monaten Waren ersteigert und diese erhalten, ohne dabei das Referenzkonto beim Auktionshaus auszugleichen. 4500 Euro sollte sie kurzfristig überweisen. 13 Mal hätte sie Unterhaltungselektronik, Schuhe sowie CDs und DVDs bezogen. Sollte sie dem nicht nachkommen, müsse sie mit einer Klage rechnen.

Jetzt hat die Prenzlauerin eine Anzeige erstattet. „Nach ihren Angaben hat sie keinerlei Waren über das Auktionshaus ersteigert. Offensichtlich ist die Frau hier durch Betrüger geschädigt worden“, sagt Polizeisprecher Gerald Pillkuhn.

Klar ist bislang, dass der oder die Betrüger auf bisher unbekannte Weise an die Daten der Frau gekommen sein müssen und dann ihr Konto beim Auktionshaus geknackt haben. Gerald Pillkuhn: „Offensichtlich waren Name der Frau, ihre Adresse und weitere Angaben dann bekannt.“ Sie soll in der Tat auch über ein Konto bei dem Auktionshaus verfügt haben.

Waren an andere Adresse geschickt

Möglicherweise hatte sie eine sogenannte „phishing mail“ bekommen. Werden diese geöffnet, installieren sich Trojaner-Programme auf dem Computer. Gibt der Benutzer danach seine Passwörter beim Einloggen in sein Benutzerkonto ein, kommt der Absender des Trojaners automatisch an die Daten.

Zumindest stützen erste Ermittlungsergebnisse der Polizei die Aussage der Prenzlauerin, dass sie keine Waren bestellt und bekommen hat. „Wir konnten feststellen, dass alle Waren an eine Adresse nach Berlin gesandt wurden. Diese wurden dort auch in Empfang genommen“, so Pillkuhn. Die Adresse, die die Prenzlauerin aber ursprünglich beim Auktionshaus angegeben hatte, war ihre eigene in Prenzlau.