Ungenehmigte Werbung

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Halbnackte Blondine aus Prenzlau soll verschwinden

Halbnackte Tatsachen.
Halbnackte Tatsachen.
Claudia Marsal

Am Prenzlauer Bahnhof sorgt das Bild eines GoGo-Girls für Aufsehen. Doch die Tage der Plakat-Blondine sind gezählt. Der Initiator hat etwas vergessen.

Um Geschwindigkeit zu reduzieren, kann man Tempo-30-Schilder aufstellen oder – wie jetzt in Prenzlau geschehen – ein Werbeplakat mit einer halbnackten Frau. Besagte Dame zieht seit Tagen am Bahnhof alle Blicke auf sich. Der Verkehr fließt seitdem erstaunlich zäh. Offenbar wollen viele Kraftfahrer einen Blick auf die Bikini-Schönheit erhaschen.

In der Horizontalen

Ganz so einfach ist das aber nicht – die Blondine befindet sich nämlich in der Horizontalen. Doch wer langsam fährt, entnimmt dem riesigen Reklameschild, dass hier Werbung für einen Club an der polnischen Grenze gemacht wird. „Striptease zum Anfassen” versprechen die Macher.

Anrüchiges Gewerbe

Aber ist das überhaupt rechtens, fragen sich nicht nur die einheimischen Gewerbetreibenden. Der ein oder andere Unternehmer hat schließlich schon so seine Erfahrungen mit der strengen Werbesatzung gemacht. „Wieso dürfen die das? Und noch dazu für so ein anrüchiges Gewerbe”, diese Fragen von Lesern gaben wir an den Bürgermeister weiter. Hendrik Sommer (parteilos) teilte am Donnerstag mit, dass die Stadt ein ordnungsrechtliches Verfahren einleiten werde.

Auf städtischem Land

Das Konterfei des GoGo-Girls steht nämlich auf städtischem Grund. Es blockiere hier nicht nur wertvollen Parkraum, sondern sei auch ungenehmigt aufgestellt worden, so die Aussage des Rathauses. Es habe weder eine Anmeldung noch eine Bezahlung dafür gegeben, versicherte Sommer. Sobald der Halter ermittelt sei, ergehe an ihn die Aufforderung, die Reklame unverzüglich zu entfernen.