DDR-Fahrzeuge sind Kult

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Hier lebt der Osten weiter

Die Schmuckstücke sind gut verwahrt in einem extra Raum.
Die Schmuckstücke sind gut verwahrt in einem extra Raum.
Claudia Marsal

Ost-Nostalgiker sind auf einem kleinen Hof im uckermärkischen Wollschow richtig. Direkt an der beschaulichen Dorfstraße scheint die Zeit auf einem Hof stehen geblieben zu sein. Dort tuckern immer noch Trabis, Wartburgs, Stars, Schwalben und Simsons vor sich hin. Zum Glück für Werkstattbetreiber Wolfgang Hoge sind DDR-Fahrzeuge noch Kult.

Mit letzter Kraft tuckert der Trabi-Kübel auf den Hof von Wolfgang Hoge. Das Sorgenkind soll schnell rauf auf die Hebebühne, denn Besitzer Raik Tillack fiebert der Oben-ohne-Saison mit dem Ost-Fabrikat entgegen. Sobald die Sonne höher steht, erobern Fahrzeuge made in GDR auch hierzulande wieder die Straßen. Die Autos aus Zwickau und Eisenach, der Trabi und der Wartburg, sind zwar rar geworden. Laut Kraftfahrtbundesamt gibt es immer weniger Zulassungen. 1995 waren noch 663 631 Trabants registriert, zehn Jahre später nur noch 66 984. Mittlerweile hat sich der Bestand halbiert.

Doch der Niedergang scheint gestoppt, glaubt Hoge zu wissen. Als einer der wenigen Werkstattmeister, die sich auf diese Fabrikate spezialisiert haben, muss er es wissen. Das Geschäft läuft. Die Kunden kommen von weither in das kleine uckermärkische Dorf. Nicht nur mit Ost-Pkw, sondern zunehmend mit den Mopeds der alten Zeit. Simson, Schwalbe, Habicht und Star stehen hoch im Kurs - vor allem bei der Jugend. Sie sind inzwischen zu echten Wertanlagen geworden. Vater Wolfgang Hoge hat Tochter Maika (20) deshalb fürs Geschäft gewonnen. Die junge Mechatronikern setzt auf eine Zukunft mit Technik aus der Vorwendezeit.