DDR-Fahrzeuge sind Kult

Hier lebt der Osten weiter

Ost-Nostalgiker sind auf einem kleinen Hof im uckermärkischen Wollschow richtig. Direkt an der beschaulichen Dorfstraße scheint die Zeit auf einem Hof stehen geblieben zu sein. Dort tuckern immer noch Trabis, Wartburgs, Stars, Schwalben und Simsons vor sich hin. Zum Glück für Werkstattbetreiber Wolfgang Hoge sind DDR-Fahrzeuge noch Kult.
Claudia Marsal Claudia Marsal
Die Schmuckstücke sind gut verwahrt in einem extra Raum.
Die Schmuckstücke sind gut verwahrt in einem extra Raum. Claudia Marsal
Wolfgang Hoge hat aufs richtige "Pferd" gesetzt.
Wolfgang Hoge hat aufs richtige "Pferd" gesetzt. Claudia Marsal
Auf dem Hof scheint die DDR-Ära noch nicht zu Ende zu sein.
Auf dem Hof scheint die DDR-Ära noch nicht zu Ende zu sein. Claudia Marsal
Pin-up-Girls gehört zu einer waschechten DDR-Schrauberbude dazu.
Pin-up-Girls gehört zu einer waschechten DDR-Schrauberbude dazu. Claudia Marsal
Dörk Tillack lässt auf Ost-Technik nichts kommen.
Dörk Tillack lässt auf Ost-Technik nichts kommen. Claudia Marsal
Maika Hoge (20) will die Firma mal übernehmen.
Maika Hoge (20) will die Firma mal übernehmen. Claudia Marsal
Raik Tillack bastelt an seinem Trabi Kübel.
Raik Tillack bastelt an seinem Trabi Kübel. Claudia Marsal
1987 gegründet, hat die Werkstatt der Hoges die Wende überstanden und sich fest etabliert.
1987 gegründet, hat die Werkstatt der Hoges die Wende überstanden und sich fest etabliert. Claudia Marsal
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Wollschow.

Mit letzter Kraft tuckert der Trabi-Kübel auf den Hof von Wolfgang Hoge. Das Sorgenkind soll schnell rauf auf die Hebebühne, denn Besitzer Raik Tillack fiebert der Oben-ohne-Saison mit dem Ost-Fabrikat entgegen. Sobald die Sonne höher steht, erobern Fahrzeuge made in GDR auch hierzulande wieder die Straßen. Die Autos aus Zwickau und Eisenach, der Trabi und der Wartburg, sind zwar rar geworden. Laut Kraftfahrtbundesamt gibt es immer weniger Zulassungen. 1995 waren noch 663 631 Trabants registriert, zehn Jahre später nur noch 66 984. Mittlerweile hat sich der Bestand halbiert.

Doch der Niedergang scheint gestoppt, glaubt Hoge zu wissen. Als einer der wenigen Werkstattmeister, die sich auf diese Fabrikate spezialisiert haben, muss er es wissen. Das Geschäft läuft. Die Kunden kommen von weither in das kleine uckermärkische Dorf. Nicht nur mit Ost-Pkw, sondern zunehmend mit den Mopeds der alten Zeit. Simson, Schwalbe, Habicht und Star stehen hoch im Kurs - vor allem bei der Jugend. Sie sind inzwischen zu echten Wertanlagen geworden. Vater Wolfgang Hoge hat Tochter Maika (20) deshalb fürs Geschäft gewonnen. Die junge Mechatronikern setzt auf eine Zukunft mit Technik aus der Vorwendezeit.