Vorfall bei der Bahn

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ICE nach Crash bei Chorin evakuiert

Am Dienstagabend gab es kurz vor dem Bahnhaltepunkt Chorin ein dramatisches Vorkommnis.
Am Dienstagabend gab es kurz vor dem Bahnhaltepunkt Chorin ein dramatisches Vorkommnis.
Matthias Balk

Eigentlich hatte die Fahrt von München nach Binz führen sollen. Doch kurz vor der Uckermark erfasste der Zug einen auf den Gleisen befindlichen Mann.

Dienstagabend hat es kurz vor dem Bahnhaltepunkt Chorin ein dramatisches Vorkommnis gegeben, in dessen Folge der ICE 1712 von München nach Binz evakuiert werden musste. Der Zug hatte auf offener Strecke einen auf den Gleisen befindlichen Mann erfasst. Die Bundespolizei gehe nach jetzigem Ermittlungsstand davon aus, dass sich das Opfer das Leben nehmen wollte, versicherte eine Sprecherin der Deutschen Bahn in Berlin. Den Lokführer treffe keine Schuld. Glücklicherweise seien trotz starker Gefahrenbremsung keine Passagiere verletzt worden. „Die circa 300 Bahnreisenden konnten die Waggons kurz nach dem Crash unbeschadet verlassen. Sie wurden in einen von Berlin herbeigerufenen Ersatzzug evakuiert.”

Fahrgast lobt Krisenmanagement

Unser Leser Rochus Stordeur aus Grimme sparte im Anschluss nicht mit Lob: „Der Katastrophenplan wurde von Profis in die Tat umgesetzt. Alle Reisenden wurden befragt, ob sie bei der Schnellbremsung verletzt worden waren. Vorsorglich waren Sanitäter zur Stelle. Inzwischen wurden alle anderen Züge zwischen Eberswalde und Angermünde durch reibungslosen Schienenersatzverkehr bedient. Das Personal des Ersatz-ICE hatte für alle Reisenden, die weiter als Stralsund wollten, Anschlüsse organisiert, bis hin zum Taxi nach Ückeritz.”

Lokführer unter Schock

Der ICE 1712 konnte seine Fahrt nach 173 Minuten fortsetzen, das Steuer übernahm ein Bereitschaftslokführer, weil der Kollege unter Schock steht.

Haben Sie schon einmal daran gedacht, sich das Leben zu nehmen? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfe können Sie etwa bei der Telefonseelsorge finden.