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Im Notfall hofft jeder auf schnelle Hilfe

Diese Frauen und Männer sind zur Zeit mitten in der Ausbildung zum Sanitäter.
Diese Frauen und Männer sind zur Zeit mitten in der Ausbildung zum Sanitäter.
Claudia Marsal

Man will ihn nie erleben: den Unfall auf der Straße oder zu Hause. Aber wenn doch, dann zahlen sich Erste-Hilfe-Kenntnisse aus.

Dr. Peter Mehls würde sich wünschen, dass es mehr von ihnen gäbe. Aber der langjährige Notarzt weiß, dass der kompetente Ersthelfer am Unfallort nicht die Regel ist. Nicht mehr. Denn seiner Einschätzung nach haben immer weniger Menschen profunde Kenntnisse in Erster Hilfe. Der Mediziner meint, dass das vor allem wohl mit der abnehmenden Bereitschaft, anderen zu helfen, zusammenhängt. „Dieses Denken ist nicht mehr sehr ausgeprägt“, sagt er. Deshalb setzt sich Dr. Peter Mehls seit seiner Pensionierung noch verstärkter für die Aus- und Weiterbildung auf diesem Gebiet ein.

Aktuell steht der Kreisverbandsarzt des DRK wieder als Dozent bei der Sanitätsausbildung hinter dem Rednerpult. Er macht Frauen und Männer fit, die sich bereit erklären, in ihrer Freizeit ehrenamtlich Veranstaltungen wie Sportfeste abzusichern oder Konzerte zu begleiten. Das ist ein Stück mehr, als der normale Ersthelfer leisten muss. Und das erfordert natürlich auch umfangreicheres Wissen. Nach vier Wochenenden dürfen sie sich schon „Sanitäter“ nennen. Ein Titel, der ihnen vielleicht auch auf dem Arbeitsmarkt nützlich ist, denn Betriebe ab einer bestimmten Größe sind verpflichtet, Mitarbeiter mit diesem Wissen zu haben.

Was die „normale“ Erste Hilfe anbelangt, ist Dr. Mehls sicher, dass alle ein bis zwei Jahre eine Auffrischung vonnöten ist. Man dürfe nämlich nicht unterschätzen, wie viel man in dieser Zeit vergesse und auch wie viel sich in der Zwischenzeit verändere.