Unsere Themenseiten

Gedenkstätte

:

Jüdische Grabsteine als Straßenbelag

Diese zwei Fragmente von jüdischen Grabsteinen wurden kürzlich im Umland von Prenzlau entdeckt und gesichert.
Diese zwei Fragmente von jüdischen Grabsteinen wurden kürzlich im Umland von Prenzlau entdeckt und gesichert.
Benedikt Dittrich

In der Reichspogromnacht wurde der jüdische Friedhof in Prenzlau gesprengt. Jetzt sind Fragmente von alten Grabsteinen wieder aufgetaucht.

Es war mit die größte Schmach, die die Nationalsozialisten den Juden antun konnten: Am 9. November 1938, der Reichspogromnacht, wurden massenhaft jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe geschändet. Der Friedhof in Prenzlau, auf dem Gelände des heutigen Stadtparks, wurde gesprengt.

Später wurden die Überreste der Grabsteine von den Nazis beim Straßenbau verwendet. So trampelte, symbolisch betrachtet, die Bevölkerung auf den Gräbern der Juden herum. Teilweise werden noch heute Fragmente dieser Grabsteine entdeckt – verarbeitet als Pflastersteine im Straßenbau.

Ein Teil davon wurde vor 15 Jahren zusammengetragen, gesichert und zu einer Gedenkwand zusammengefügt, die im Prenzlauer Stadtpark an das Verbrechen der Nationalsozialisten erinnert.

Doch immer wieder tauchen Steine mit Inschriften auf – so vor kurzem in Neustrelitz, aber auch in der direkten Umgebung von Prenzlau. In der Verwaltung gibt es Überlegungen, mit den neu entdeckten Grabstein-Fragmenten die Gedenkwand zu erweitern.