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Junge Imker sind so fleißig wie die Bienen selbst

Klebrige Waben, ab und zu ein Stich: Das macht neugierigen Kindern nichts aus. Sie fühlen sich zwischen den Insekten pudelwohl und produzieren schon ihren eigenen Honig. Wer den wohl bekommt?
Monika Strehlow Monika Strehlow
Sollte niemand am Schau- und Lehrbienenstand sein, können sich Besucher auch selbst Einblick in ein Bienenmagazin verschaffen.
Sollte niemand am Schau- und Lehrbienenstand sein, können sich Besucher auch selbst Einblick in ein Bienenmagazin verschaffen. Monika Strehlow
Ein Teil des Bienenvolkes von Fynn.
Ein Teil des Bienenvolkes von Fynn. Monika Strehlow
Prenzlau.

„Ich hatte immer gedacht, die Bienenkönigin ist die Chefin, sie wäre der Boss. Doch die Arbeitsbienen sagen, wo es im Stock langgeht.“ Nico scheint immer noch mit staunenden Augen in die Imkerwelt zu schauen, obwohl er schon vieles gelernt hat. Neben ihm steht Fynn, der gerade einen Rahmen mit noch ungefüllten Waben in ein Magazin einhängt. Dabei zuckt er nicht einmal, egal wie dicht ihm die Immen auch um Kopf und Hände summen. Nur für ein Foto trennten sich die beiden Jungen vom weißen Imkerhut. Sonst tragen die Anfänger lieber ihre Schutzbekleidung.

Im Gegensatz zu Götz Mörbe neben ihnen, der den Prenzlauer Kindern mit 70  Jahren Imkererfahrung zur Seite steht. „Die Jungs haben uns auf der Landesgartenschau ständig besucht. Da fragten wir sie natürlich, ob die Imkerei nicht etwas für sie wäre“, erinnert er sich. Vor Jahresfrist hatten sich die uckermärkischen Imker zu einer Interessengruppe zusammengeschlossen und ihren Berufsstand den Laga-Besuchern nahe gebracht. Auch nach der großen Gartenschau blieb die Kooperation zwischen Imkern und Naturerlebnis bestehen. Ihr ist der erste Schau- und Lehrbienenstand auf der Ökostation zu verdanken.

Er ist eine neue Attraktion auf der Ökostation. Darüber hinaus soll sich dieser Ort zum Konsultationsstützpunkt für die uckermärkischen Imker profilieren, erklärt Mörbe. Gut erinnert sich der 77-Jährige seiner eigenen Anfänge in der Imkerei. Auf dem Land hatte beinahe jeder dritte Haushalt Bienen. Da hätten die meisten von den Älteren gelernt. So findet er es wichtig, junge Leute möglichst früh mit Bienen in Kontakt zu bringen. „Wer schon als Kind in die Imkerei schaute, besinnt sich als Erwachsener eher auf dieses Hobby“, weiß er aus Erfahrung. Sonnabends sind Nico und Fynn bei ihren Bienen. Ob sie den Imkern die Treue halten werden, wissen sie nicht. Vorerst widmen sich die Prenzlauer mit viel Ernsthaftigkeit ihren Völkern, die sie von den Imkern geschenkt bekamen. Und was passiert mit dem ersten Honig? Den gibt es bei Fynn zum Frühstück. Und Nico will seiner Oma sein erstes Glas Honig schenken.

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