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„Kammerton“ kommt auf georgisch

Pfarrer Ulrich Kasparick bedankt sich bei den weitgereisten jungen Musikern.[KT_CREDIT] FOTO: Fritz Gampe

VonMonika StrehlowGiorgi und seine Musikkollegen aus Tiflis wünschen sich ein Wiedersehen mit Milow. Ihr Konzert in der Kirche begeistert rund 70 ...

VonMonika Strehlow

Giorgi und seine Musikkollegen aus Tiflis wünschen sich ein Wiedersehen mit Milow. Ihr Konzert in der Kirche begeistert rund 70 Zuhörer.

Milow.Was heißt „Kammerton“ auf georgisch? Na klar: „Kammertoni“! So einfach geht Verständigung – mit Musik.Diese Erfahrung schreibt der Milower Fritz Gampe nach dem jüngsten Konzert „vom Feinsten“ in der Dorfkirche. Der Mann war wie die dicht gedrängt sitzenden etwa 70 Zuhörer fasziniert von sechs jungen Musikern aus Tilflis, der georgischen Hauptstadt.
Zum zweiten Mal hatte es Pfarrer Ulrich Kasparick geschafft, mit der Berliner
Initiative „Kammerton“ die weitgereisten Gäste bei sich zu begrüßen. Und nach dem Erfolg des Vorjahres war den Organisatoren die Zuhörerschaft gewiss. Der Berliner Verein „Kammerton“ ist zurzeit in Armenien und Georgien aktiv, um musikalisch begabten Kindern und Jugendlichen klassische Musikbildung zu ermöglichen. Mit Unterstützung des Goethe-Instituts und des Auswärtigen Amtes starteten sie vor Wochenfrist eine Tournee durch Deutschland mit Gastspielen in Berlin und Teltow, in Phi-
lippsthal und Weißenhasel (Nordhessen) und in Milow.
„,Aber‘, hatte Giorgi gesagt, ,ich will unbedingt wieder nach Uckerland. Da waren die Menschen letztes Jahr so freundlich zu uns!‘ Das hat dann doch so manchen am Goethe-Institut gewundert“, erzählt Fritz Gampe. „Denn sonst spielen sie nur in Berlin und in ähnlich wichtigen Städten, und ein Ausflug in die Provinz kostet ja extra!“
Noch etwas scheu, wenn sie sich zum Foto zusammenstellen sollen, aber meisterlich an (Elektro-)Klavier, Violine, Oboe und Klarinette: Sendi Vartanovi, Inal Jioev, Giorgi Oikashvili, Irma Gigani, Salome Jordania und Nodar Mdivani bezauberten das Publikum. Die 16- bis 18-Jährigen besuchen in der georgischen Hauptstadt staatliche Musikschulen, sind durchweg Preisträger internationaler und nationaler Musikwettbewerbe. Da beherrschen sie natürlich deutsche wie heimische Klassiker von Chopin und Beethoven über Kreisler und Mozart bis hin zu Vazha Azarashvili. Letzterer hatte extra für die Gastgeber ein Nocturne geschrieben, das vom Publikum ganz hingerissen aufgenommen wurde.
Übrigens sahen die Musiker etwas Neues, etwas, das 2012 noch so deutlich freigelegt war: Pfarrer Kasparick stellte ihnen die Fresken an den Kirchwänden vor. Zum Schluss gab es für alle ein Blümchen, auch für Ljudmilla von Berg, die Vorsitzende des Vereins Eurocon e.V. in Berlin.www.kammerton.eu