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Tierdrama

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Katzenbaby im Sack entsorgt

Ingrid Schilling ist entsetzt über das Schicksal der kleinen Katze. Sie wurde in einem Sack ausgesetzt.
Ingrid Schilling ist entsetzt über das Schicksal der kleinen Katze. Sie wurde in einem Sack ausgesetzt.
Fritz Gampe

Manche Zeitgenossen entledigen sich lebender Tiere illegal und spekulieren auf das Mitgefühl anderer. Ein Milower Seniorenpaar ist entsetzt.

Wie kann man so herzlos sein und ein Maikätzchen in einem Jutesack über den Zaun werfen? Das fragen sich Ingrid Schilling und ihr Mann. Am 1. Oktober hatte das Milower Paar ein Auto vor das Haus fahren hören. „Wir wunderten uns noch, sonntags kommt doch gar keine Zeitung“, erzählt Horst-Peter Schilling. Später sahen die Senioren die Bescherung. Auf ihrem Grundstück lag der zugebundene Sack mit einer Dose Katzenfutter und einem Zettel. Das Kätzchen hatte sich durch den Sack gebissen und irrte im Garten umher. Verängstigt ließ es sich nicht einfangen. Auf dem Zettel wurden die Hausbesitzer mit „Liebe Tierfreunde“ angesprochen und gebeten, das Tier aufzunehmen.

Die beiden über 80-Jährigen waren entsetzt. Natürlich lieben sie Tiere, haben selbst eine Katze, besaßen früher einen Hund. „Wie kann man ein Tier einem ungewissem Schicksal überlassen? In unserem Alter schaffen wir uns keine Tiere mehr an. Wer soll für sie sorgen, wenn wir nicht mehr sind?“

Senioren fühlen sich von den Institutionen allein gelassen

Am sogenannten Brückentag vor dem Feiertag am 3. Oktober erreichten die Rentner niemanden im Amt mehr, sodass Horst-Peter Schilling erst am Tag darauf die Behörden informieren konnte. Vom Veterinäramt in Prenzlau fühlte er sich mehr oder weniger abgewiesen. „Und das am Welttierschutztag“, ärgert er sich noch immer.

So lebt das Kätzchen seit Tagen bei den Milowern und hat mit seinem Temperament, den weißen Pfötchen und Latz im grau gestreiften Fell längst deren Herzen erobert. „Maxi“, wie das Tier von der Hausherrin getauft worden ist, legt beim Füttern alle Scheu ab. Es frisst auch den Napf der 15-jährigen Artgenossin „Mucki“ leer. Ein Körbchen auf der Terrasse akzeptiert die Katze als ihren Platz. Doch so schön die Idylle sein mag, für die Schillings soll sie nur von kurzer Dauer sein. „Es wäre schön, wenn sich ein neues Zuhause für Maxi findet“, stellt Ingrid Schilling klar.

Der Tierschutzverein Prenzlau ist unter der Telefonnummer 03984 8348616 erreichbar.