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Kein Verständnis für Hühnerfarmen

Zwei Ställe, die je 39 900 Hennen beherbergen sollen, sind geplant.
Zwei Ställe, die je 39 900 Hennen beherbergen sollen, sind geplant.
Julian Stratenschulte

Die geplanten Ställe in Zollchow erhitzten weiter die Gemüter. Jetzt melden sich die Grünen erneut zu Wort.

Der Zoff um den Bau von zwei Legehennenställen in der Nordwestuckermark beschäftigt die Region. Bei Bündnis 90/Die Grünen stößt die Genehmigung auf keinerlei Verständnis. Dort werde die Landwirtschaft vorrangig zum Wirtschaftssektor gemacht, kritisiert Regine Kik vom Kreisverband Uckermark.

So bekämen Großbetriebe Subventionen, von denen die kleinen Landwirte nur träumen könnten. Hintergrund: Beide Anlagen befinden sich 450  Meter entfernt voneinander. Aufgrund der räumlichen Trennung erhalten beide jeweils 628  000  Euro.

Darum erfolgte keine Prüfung

Dass die Hühnerfarmen nicht weit von einem Vogelschutzgebiet gebaut werden sollen, halten die Grünen für besonders brisant. Denn eine Prüfung, ob die Anlage umweltverträglich ist, fand nicht statt. In den einzelnen Anlagen sollen jeweils 39 990 Legehennen untergebracht sein – je zehn Hennen unter der Grenze, ab der geprüft werden muss. Aus diesem Grund habe auch keine Beteiligung von Bürgern oder Naturschutzverbänden stattgefunden, sagt Kik.

Auch ein stärkerer Nitrateintrag in Grundwasser und die mit ihm verbundenen Seen seien kein Hinderungsgrund gewesen. Auch das kritisiert Kik: „Sieht so der aktive Schutz einer Region aus, die erst 2013 den ersten Preis für nachhaltigen Tourismus erhalten hat?“ Außerdem sei man in der Region dringend auf Arbeitsplätze und Einkommen in Beherbungswesen, der Gastronomie, Wellness-Einrichtungen und dem Einzelhandel angewiesen.