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Klettergerüst ist plötzlich verschwunden

Karina Firyn wünscht sich, dass ihre Kinder wieder draußen spielen können.
Karina Firyn wünscht sich, dass ihre Kinder wieder draußen spielen können.
Claudia Marsal

Spielplätze sind nicht unumstritten. Eltern halten sie selbstverständlich für notwendig. Aber ältere Mitbewohner fühlen sich vom Lärm häufig gestresst. Hinzu kommt der Aufwand der Unterhaltung. Nun wurde mitten in der Stadt ein Platz eliminiert.

Karina Firyn ist froh, dass ihre Kinder keine Stubenhocker sind. Selbst ihr Zehnjähriger tobt mit seiner kleinen Schwester noch draußen umher. Insofern war es ideal, dass die alleinerziehende Mutter bei ihrem Umzug nach Prenzlau quasi vor der Haustür in der Vincentstraße/Ecke Baustraße ein großes Klettergerüst vorfand. Doch die Freude währte nicht lang. Denn schon beim ersten Besteigen des Spielgeräts fiel auf, dass es marode war. Doch was nach Meldung der Mängel an die zuständige Wohnungsgenossenschaft passierte, sei nicht im Interesse der Eltern gewesen, betont sie: Das Klettergerüst wurde nämlich kurzerhand entfernt.

Hans-Peter Wolf, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft Prenzlau, bestätigte am Montag, dass der Spielplatz zurückgebaut wurde, weil dort akute Unfallgefahr bestand. Von Seiten der Mieter habe es bis auf eine Ausnahme noch keine bedauernden Reaktionen gegeben. Im Gegenteil. "Dort leben fast nur ältere Leute." Die Klagen kämen eher aus dem benachbarten Block. Aber dieser gehört nicht der Genossenschaft, sondern werde von einer Firma aus Berlin bewirtschaftet. Hans-Peter Wolf bietet aber an, das genossenschaftliche Grundstück unentgeltlich zur Verfügung zu stellen, so dieser neue Vermieter wieder Spielgeräte aufstellen möchte. Für die Anschaffung und die Unterhaltung müsste diese Firma dann allerdings selbst aufkommen. Eine Antwort des Vermieters dazu steht noch aus.