MESSERANGRIFF

Kritik am Vorgehen der Polizei nach Schuss in Prenzlau

Polizisten stoppten am Wochenende einen aggressiven Jugendlichen in Prenzlau mit der Schusswaffe. Zeugen widersprechen der Darstellung der Polizei.
Ines Markgraf Ines Markgraf
Auf dieser Kreuzung – nur wenige Meter von der Polizeistation entfernt – wurde der Schuss abgegeben.
Auf dieser Kreuzung – nur wenige Meter von der Polizeistation entfernt – wurde der Schuss abgegeben. Ines Markgraf
Die Spurensicherung war am Sonntag vor Ort.
Die Spurensicherung war am Sonntag vor Ort. Ines Markgraf
Prenzlau.

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Aktualisierung vom 
8. Oktober 14 Uhr: Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt gegen den 19-jährigen Tatverdächtigen und gegen den Polizisten, der geschossen hatte.
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Nach dem Schuss eines Polizisten auf einen 19-Jährigen am Wochenende in Prenzlau gibt es widersprüchliche Aussagen zum Verlauf der Auseinandersetzung. Zeugen äußern Kritik am Vorgehen der Polizei.

In der Nacht zu Sonntag hatte der junge Mann zunächst einen 23-Jährigen auf dem Marktberg mit einem Messer bedroht. Ein Zeuge rief die Polizei, die mit vier Einsatzkräften anrückte. Der betrunkene 19-Jährige soll versucht haben, die Beamten zu attackieren, ging dann aber wieder auf den 23-Jährigen los. „Aufgrund der bestehenden gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben gab ein Beamter einen Warnschuss in die Luft ab”, erläuterte Polizeihauptkommissar Roland Kamenz von der Polizeidirektion Ost am Sonntag.

Der Täter soll darauf vom Opfer abgelassen haben und mit vorgehaltenem Messer auf die Polizisten zugerannt sein.

Diese warnten den Angreifer, stehen zu bleiben und drohten, die Schusswaffe anzuwenden. Da der betrunkene Angreifer nicht reagiert habe, wurde laut Pressemitteilung die Schusswaffe eingesetzt und der Angreifer am Bein verletzt. Weiter heißt es, dass die Polizeibeamten Erste Hilfe leisteten, bis der Täter zur weiteren ärztlichen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht wurde.

„Das Knie weggeschossen”

Ein Augenzeuge, der die beiden Prenzlauer kennt, will die Situation vor Ort anders erlebt haben. In sozialen Netzwerken behauptet er, dass der 19-Jährige das Messer bereits weggeschmissen hatte, und erst dann der Schuss fiel. Sie hätten ihm „das Knie weggeschossen”. Zudem wirft er den Polizisten vor, dass sie den Jugendlichen „auf der Straße liegen gelassen hätten, ohne Erste Hilfe zu leisten.”

Geholfen hätten die Beamten erst, als die Schwester des 19-Jährigen „mehrfach darauf hingewiesen hätte, dass man hilft”. Auch der 23-jährige Angegriffene äußerte diese Meinung gegenüber dem Uckermark Kurier (Nordkurier).

Diese Aussagen kann Roland Kamenz nicht bestätigen, wie er auf erneute Nachfrage des Uckermark Kurier am Sonntagabend sagte. „Aus meinen Unterlagen geht hervor, dass der Angreifer noch bewaffnet war.” Ein Kollege habe zudem mit seinem Dienstgürtel das Bein mit der blutenden Wunde abgebunden. Dass seine Kollegen nicht halfen, ist für ihn unvorstellbar.

„Sie waren in einer extremen Situation. Natürlich gehen wir regelmäßig zum Schießtraining und lernen auch, wann und wie wir die Schusswaffe einsetzen. Wenn Polizisten auf einen Menschen schießen müssen, geht das nicht an ihnen spurlos vorbei. Wir sind alle froh, dass der Vorfall nicht schlimmer ausging.”

Staatsanwaltschaft: Keine Gefahr

Sowohl der Angeschossene als auch der Angegriffene sind polizeilich bekannt. Am Sonntag wurde von der Staatsanwältin in Neuruppin kein Antrag auf Unterbringung des Beschuldigten gestellt, da sich der Angreifer im Krankenhaus befindet und derzeit keine Gefahr von ihm ausgehe.

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Kommentare (14)

Kein Wunder, dass sich die Meldungen über Kritik am Vorgehen der Polizei häufen, werden Fehler und Vergehen der Polizisten zu oft in letzter Zeit durch Staatsanwälte gedeckt. Jeder Schusswaffengebrauch wird als Notwehr ausgelegt, warum überhaupt „Untersuchungen“ und „Ermittlungsverfahren“ einleiten, jeder der aufmerksam Zeitung liest weiß doch, dass jeder Schusswaffengebrauch unter dem Deckmantel der Notwehr eingestuft wird, denn in Hinblick auf Fehlverhalten der Polizei wird der Begriff der Notwehr äußert großzügig ausgelegt, während er für Privatpersonen sehr restriktiv, wenn überhaupt angenommen wird. Selten verkehrte Rechtsauffassung einiger Staatsanwälte, wenn sie Polizisten die einen unbewaffneten erschießen, wie in Berlin (Nackter im Brunnen), aber versuchten Mord anklagen, wenn bei einer Demonstration einem Polizisten ein Bein gestellt wird, und er ein blaues Knie davonträgt, was nicht heißen soll, das man Angriffe auf die Polizei gutzuheißen bzw. zu rechtfertigen hat. Nur leider werden Dienstvergehen der Polizei nicht oder nur mit extremen öffentlichen Druck verfolgt, rechtliche/Beamtenrechtliche Konsequenzen kommen fast nie dabei herum. Anklagen gegen Polizeibeamte verlaufen im Sand oder eine Art „Vergesseritis“ unter Kollegen macht sich vor Gericht dann breit. Da wird für den Kollegen gelogen was das Zeug hält. Leider sind noch zu viele Richter in Deutschland der Überzeugung, das Polizisten „mehr glaubwürdiger“ sind als „normale“ Bürger. Es ist in Deutschland ohnehin eine absolute Groteske, dass man Polizeiintern „Ermittlungen“ einleitet (andere Polizeidienststelle) und nicht endlich unabhängige nicht der Polizei untergeordnete Ermittlungsbehörden einrichtet, die unabhängig der Polizei Dienstvergehen ausermitteln. Denn Opfer von Polizeigewalt werden in Deutschland allein gelassen oder von Polizeibehörden versucht mundtot zu machen, indem Opfer von Polizeigewalt noch verhöhnt werden mit Anzeigen wegen Widerstandes. Wann merkt endlich ein Staatsanwalt, oder ein Richter das die Polizei hier in diesem Land so langsam machen kann was sie will ohne jegliche Kontrolle und ohne jegliche Konsequenzen für Fehlverhalten. So erreicht man definitiv nicht das sich Bürger und Polizei wieder mehr vertrauen, so erreicht man nur, dass der Keil des Hasses, der Ablehnung des Bürger der Polizei gegenüber nur immer größer und extremer wird.

Den Anordnungen der Polizei ist Folge zu leisten ob nuechtern besoffen oder unter Drogen - Schluss aus - der soll froh sein das er noch lebt

Ich möchte mal Ihr Geschrei hören, wenn Sie evtl. eine Anweisung nicht verstanden haben, oder verstehen, und sofort niedergeschossen werden, da sind Sie und Herr/Frau Wilma 23 die ersten die nach Konsequenzen schreien würden...

An Herrn oder Frau BUEHFT. Schade um die Zeit, die Sie zum verfassen dieser Zeilen vergeudet haben.
Nun tut die Polizei mal das, wofür sie da ist und schon wird sie kritisiert. Wem soll denn hier geglaubt werden ? Polizeibekannten Streithähnen oder Beamten die einen Eid geleistet haben, unter Einsatz ihres Lebens für Recht und Ordnung zu sorgen ! Warum wird denn überhaupt nach der Polizei gerufen, wenn später der Einsatz kritisiert wird. Sollen sich doch die Kontrahenten gegenseitig abstechen dann ist Ruhe für alle Zeit.

Ohje, Frau oder Herr Wilma23, haben Sie denn die Zeit gestoppt? Dann frage ich mich, ob Sie nichts zu tun haben, als Zeilen mit einem Zeitmessdiagramm zu berechnen. Ein Richter hat objektiv eine Entscheidung zu fällen, ohne Ansehen der Person. Da Sie offenbar dies nicht wollen zeigt Ihre völlig irrgeleitete Auffassung eines Rechtsstaates, oder bevorzugen Sie einen brutalen Polizeistaat wie 1933 - 1945 (1989 in der DDR) wobei zu erwähnen ist, das Volkspolizisten noch in einigen Bereichen humaner waren als heutige "demokratische" Polizisten, denn viele heute eingestellten Beamten scheint es Spaß zu machen, nach dem Anziehen der Uniform eine Staatsgewalt heraushängen zu lassen. Aber gut, wenn Sie so einen Staat gut finden, würde ich mich freuen, wenn Sie auch einmal in die Mühlen der Polizei geraten (aber unschuldig) und schikaniert und drangsaliert werden. Die Polizei hat ein Aufgabe zu erledigen, nämlich die Gefahrenabwehr, es ist auch unstrittig, dass die Polizei sich Hilfsmittel bedienen muss, denn auch Polizisten haben das Recht auf Abwehr einer gegenwärtigen Gefahr für Leib und Leben. Es hat keiner die Handlungsweise der Polizei kritisiert, nur wird kritisiert, wenn die Polizei sich zu einem Staat im Staate aufbläst, selbstherrlich und kritiklos handeln will, Fehler nicht einsehen will und überdies Opfer von reiner Polizeigewalt mit Anzeigen überzieht. Auch Polizisten müssen für ihr Fehlverhalten zur Verantwortung gezogen werden. Und eine demokratische Polizei hat sicherlich kein Problem damit, wenn ein Einsatz kritisch hinterfragt wird. Selbst wenn es zu keinem Fehlverhalten gekommen sein dürfte, so haben die Bürger in einer Demokratie das Recht staatliches Handeln zu hinterfragen, oder haben Sie damit ein Problem, wenn die Polizei kritisiert wird?

Last doch, der Jugend der Jugend Ihren Lauf, und sich nicht da zwischen stecken

Da kommt wieder Aussage gegen Aussage, und der Aktendeckel wird zugeklappt, und ein Protokoll für die Fehlmengennachweis , der Munition, das kennen wir alles von der Volksarmee

Klar und bei Aussage gegen Aussage, "vergisst" man als Kollege auch mal einige Sachen oder Vorfälle, oder man hat gerade wegesehen....

Sehr geehrter Herr BUEHFT !,waren Sie einmal bei der Polizei oder in solchen einer Situation ,dass Sie aus der Ferne ganze Abhandlungen über diesen Einsatz hier zum besten geben. Da die Personen bereits polizeilich in Erscheinung getreten sind,werden die eingesetzten PVB sicher gewusst haben,mit wem sie es zu tun haben. Wie aus den Medien zu erfahren war,wurden dort vier PVB eingesetzt ,die sicher die Lage vor Ort richtig eingeschätzt haben. Kein PVB setzt unbedarft seine Schusswaffe ein,da ja die STA,jeden Schusswaffeneinsatz untersucht. Das die STA ,wie Sie behaupten ,die Polizei deckt,kann nicht nachvollziehen. Ich habe dass allerdings in meiner Dienstzeit nie erlebt.

Können Sie es denn? Mal abgesehen, von Ihren intoleranten diskriminierenden Äußerung gegen Frauen bei der Polizei, sind Sie doch als ehemaliger angeblicher Polizeibeamter, ebensowenig in der Lage die Situation zu beurteilen. Oder wollen Sie mit ihrem offenbar VOPO-Wissen die Lage einschätzen? Da sie wie ich ebensowenig vor Ort war habe ich die Situation niemals beurteilt an sich. Ich habe, sofern Sie richtig gelesen haben, die fehlenden Konsequenzen für evtl. Fehlverhalten beschrieben. Ich würde niemals die Situation an sich beurteilen. Und zur Behauptung, das kein Polizist unbedarf seine Waffe einsetzt, wird dadurch widerlegt, das in Berlin die Polizei einen unbewaffneten Mann erschossen hat, oftmals zu lesen ist, das Polizisten offenbar statt der Verhältnismäßigkeit gerecht zu werden, sofort zur Schußwaffe greifen. Das Poliziten mitunter menschenverachtende Brutalität auf den Straßen gegen Bürger anwenden haben Sie dann offenbar auch nie erlebt. Ist klar, wenn man vom gleichen Laden ist, verkennt man gerne vieles..

...Mordanklage wegen Bein stellen...sofort zur Schusswaffe greifen... menschenverachtende Brutalität - wo leben sie denn, wenn es in D ist, haben sie eine gestörte Wahrnehmung.
Ihre Einstellung zur Polizei ist offenkundig, die Situation am Brunnen in Berlin extrem reduziert dargestellt.
Aber die Situation in Prenzlau "verurteilen sie an sich nicht"...haben eben nur so ihre Erfahrungen...
Dann wissen ja nun hoffentlich Alle, ihre Kommentare entsprechend zu bewerten.

Also wo Sie leben, weiss ich nicht, interessiert mich auch relativ wenig. Das Sie offenbar selbst getrübte Realitätssinne aufweisen, zeigt ihr ganzes Kommentar das völlig aus dem Sinn gerissen, nur wie es Ihnen gefällt herausgerissen haben. Wenn Sie die Berichte über Polizeiexzesse mal lesen würden, anstatt irgendwelche Kommentare zu bewerten, da Sie ja offenbar "Moralrichter" sind, würden Ihnen auffallen, welchen Käse Sie hier verzapfen. Wie Sie Kommentare aus dem gesamten Kontext herausreissen zeigt offenkundig, das Ihnen vor Wut bereits der Schaum vor dem Munde quillt. Anders sind ihre völlig verdrehten Äußerungen, die Sie ja nichteinmal mit Gegenargumenten belegen konnrten nicht zu erklären.

Da Sie anscheinend Hellseher sind,wissen Sie genau das ich bei der Volkspolizei war. Wahrscheinlich wissen sie auch den Dienstgrad und das Revier ! Leider muss ich Sie enttäuschen ich war nie bei der Volkspolizei noch habe ich in der DDR gewohnt .

Ach Herr Schubert3, es rennen hier so viele Hellseher herum, die meinen einen Kommentar über andere ablassen zu müssen, dann darf ich das auch einmal. Ob Sie ein Polizist sind oder gewesen sind, ist absolut irrelevant, da es hier nicht um Sie geht, sondern um den Vorfall in Prenzlau. Mich hätte es auch gewundert, wenn Sie in der DDR Polizist gewesen wären, denn Mittelalterliche Ansichten über Frauen im Streifendienst lässt sich nur als Gedankengut aus dem Westen einordnen. Denn in einigen Bereichen war zumindest gesellschaftlich, die Volkspolizei der DDR weitaus fortschrittlicher, als das Westdeutsche Gegenstück.