VERDACHT AUF INFEKTIONSKRANKHEIT

Männer in Schutzanzügen sorgen für Unruhe

Männer in weißen Schutzanzügen holten eine Person aus dem Asylbewerberheim in Prenzlau ab. Was war da los?
Sondereinsatz des Rettungsdienstes im Asylbewerberheim in der Berliner Straße in Prenzlau.
Sondereinsatz des Rettungsdienstes im Asylbewerberheim in der Berliner Straße in Prenzlau. Carsten Korfmacher
Blick in den Flur im Asylbewerberheim in der Berliner Straße.
Blick in den Flur im Asylbewerberheim in der Berliner Straße. Carsten Korfmacher
Bürgermeister Hendrik Sommer konnte am Sonnabendnachmittag schließlich eingeschränkt Entwarnung geben.
Bürgermeister Hendrik Sommer konnte am Sonnabendnachmittag schließlich eingeschränkt Entwarnung geben. Claudia Marsal
Die Leiterin des Übergangsheims für Asylbewerber, Martina Bärwald, war am Sonnabend zu einer Stellungnahme nicht bereit.
Die Leiterin des Übergangsheims für Asylbewerber, Martina Bärwald, war am Sonnabend zu einer Stellungnahme nicht bereit. Carsten Korfmacher
Prenzlau ·

Andrea Gutowski konnte Samstag Vormittag kaum glauben, was ihre Kinder am Frühstückstisch erzählten. Die beiden hatten am Vortag von der Grabowschule aus beobachtet, wie mehrere Männer in weißer Schutzkleidung das Asylbewerberheim am Stadtrand Prenzlaus verließen.  "Es war wohl wie im Fernsehen", erinnert sich die zweifache Mutter zurück. "Denn die Kinder waren total erschrocken als sie die Männer mit ihren riesigen Schutzanzügen sahen. Und weil sie in dieser Woche in der Schule gerade das Thema Ebola behandelt hatte, lagen bei uns natürlich erst einmal die Nerven blank."

Zu keiner Stellungnahme bereit

Die Leiterin des Übergangsheimes für Asylbewerber, Martina Bärwald, wollte sich zu dem Vorfall nicht äußern und verwies an das zuständige Gesundheitsamt. Doch weder dort, noch von anderen Stellen gab es am Wochenende einen Ansprechpartner, der zu einer Stellungnahme bereit war.

Bürgermeister gibt eingeschränkt Entwarnung

Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer wurde erst durch den Uckermark Kurier auf die Situation aufmerksam gemacht. Nach eigenen Nachforschungen konnte er am Samstagmittag aber eingeschränkt Entwarnung geben. "Nach derzeitigen Informationen handelt es sich zwar tatsächlich um eine Infektionskrankheit, allerdings nicht um Ebola. Natürlich musste man erst einmal mit dem Schlimmsten rechnen, daher auch die Schutzanzüge. Doch es gibt keinen Grund zur Beunruhigung für die Prenzlauer Bevölkerung."

Informationsfluss mangelhaft

Kritik übte der Bürgermeister in diesem Zusammenhang am Informationsfluss vom Wochenende. "Für die Zukunft müssen wir einen besseren Weg finden, um die Menschen schnell und akkurat zu informieren, besonders wenn etwas passiert, das ihnen Sorgen bereitet."

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Kommentare (2)

Es Kusieren gerüchte damit in Prenzlau fälle von Ebola regestriert worden sind. Ist da etwas dran ?

Nein, dieses Gerücht können wir nicht bestätigen. Wenn bei einem Patienten in Deutschland Ebola diagnostiziert wird, muss der Fall öffentlich bekannt gegeben werden. An Gerüchten um geheime Ebola-Fälle in Prenzlau dürfte also auch schon aus diesem Grund nichts dran sein.