Bahnstrecke gesperrt

Mann stirbt bei Zugunglück nahe Prenzlau

Am späten Mittwochnachmittag überrollte in Prenzlau ein Zug in Richtung Stralsund einen Mann. Die Fahrgäste wurden evakuiert.
Martin Lindner Martin Lindner
Einsatzkräfte waren nach dem Unglück sofort vor Ort.
Einsatzkräfte waren nach dem Unglück sofort vor Ort. Martin Lindner
Der Zug musste evakuiert werden
Der Zug musste evakuiert werden Martin Lindner
Im Zug waren 121 Personen.
Im Zug waren 121 Personen. Martin Lindner
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Prenzlau.

Zwischen Seehausen und Prenzlau hat sich am Mittwoch ein Zugunglück ereignet. Wie Polizeisprecher Gerald Pillkuhn auf Nachfrage des Uckermark Kurier mitteilte, soll ein Mann auf den Schienen von einem Regionalexpress RE 3 in voller Fahrt erfasst worden sein. Der Mann ist ums Leben gekommen.

121 Personen, die im RE3 in Richtung Stralsund unterwegs waren, mussten evakuiert werden. Sie wurden mit Bussen vom Marktkauf-Center zum Prenzlauer Bahnhof gebracht, von wo aus sie ihre Reise fortsetzen konnten.

Zug evakuiert

Eine 28-jährige Passagierin aus Berlin, die in Prenzlau Heimaturlaub machen wollte, erzählte, dass der Zug langsam zum Stehen gekommen sei. Über eine Lautsprecherdurchsage wurde den Fahrgästen mitgeteilt, dass es einen Notarzteinsatz am Gleis gebe.

Circa eine Stunde nach dem Todesfall – gegen 17.30 Uhr – kletterten die Passagiere mit ihren Koffern und Fahrrädern über die Gleise. Auf der Feldstraße Am Gaswerk sammelten sich die Leute. Vor Ort waren Einsatzkräfte der Bundespolizei und ein Notfallmanager der Deutschen Bahn. Der Bahnverkehr wurde vorerst unterbrochen.

Unfallhergang zunächst noch unklar

„Zum derzeitigen Ermittlungsstand können wir nicht sagen, ob die Person mutwillig auf die Gleise gestiegen ist oder es ein Unfall war“, sagte Dienstgruppenleiter Christoph Falke von der Polizei. Er hob lobend hervor, dass Kollegen von Marktkauf kostenlose Getränke für die Fahrgäste bereitgestellt hätten.

Zum Zeitpunkt der Evakuierung wartete die Polizei auf Beamten des Kriminaldauerdienstes.

 

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Kommentare (3)

Ich dachte über Suizide wird grundsätzlich nicht mehr berichtet, so wie es Bayern vormacht. Und der Nordkurier macht es gleich als Titelthema auf? Geht´s noch?! Wollt ihr Trittbrettfahrer animieren oder was? Da draußen sind jede Menge verzweifelter Leute mit dünsteren Gedanken.

Ich kann ihnen nur zustimmen, wenn's sich um Suizid handelt. Aber davon ist auszugehen. Ein Mensch der keine solche Absicht hat, geht auch nicht ins Gleis. Jedesmal wenn Suizid geschieht, egal wo und wie, wird dermaßen viel Rettungspersonal etc. aufgefahren, so dass auch der letzte noch mitbekommt was da los ist. Tot ist Tot, da muss man nicht die Leute an Ort und Stelle aus dem Zug evakuieren, damit die auch ja sehen wie dort menschliche Körperteile herum liegen. Da muß der Zug ohne Aufsehen in den nächsten Bahnhof gefahren werden, basta.

Nach Suizid per Zug gibt es genaue Regeln für den betroffenen Lokführer, die zwingend einzuhalten sind. Sie dürfen nicht weiterfahren aber auch nicht aussteigen bis Hilfe kommt. Sollen die Sonnenblende runterlassen. Wenn der Zug bei voller Fahrt bremst, dann liegen die Leichenteile nach dem Stillstand bis zu einem Kilometer weit hinter dem Zug verstreut. Zum Zwecke der Spurensicherung müssen die Passagiere in einen anderen Zug umsteigen. Bis dahin müssen sie warten.