Vorsicht Betrüger!

Mit der Pullovermasche auf Diebestour

Ein kriminelles Duo zockt offenbar mit seiner miesen Tour ältere Menschen in ihren Wohnungen und in Seniorenheimen ab. Die Diebinnen erhoffen sich bei ihren Opfern ein leichtes Spiel.
Liselotte Huges (rechts) wollten zwei Frauen mit südländischem Aussehen  einen Teppich andrehen. Sie konnte die Frauen vertreiben. Auch Betreuerin Carmen Wittkopp hat schon von ähnlichen Vorfällen in anderen Prenzlauer Seniorenheimen gehört.
Liselotte Huges (rechts) wollten zwei Frauen mit südländischem Aussehen  einen Teppich andrehen. Sie konnte die Frauen vertreiben. Auch Betreuerin Carmen Wittkopp hat schon von ähnlichen Vorfällen in anderen Prenzlauer Seniorenheimen gehört. Thomas Walther
Prenzlau

Sind jetzt wieder verstärkt Trickbetrüger bei Senioren in der Uckermark auf Diebestour? Erst in der vergangenen Woche waren zwei polnische Frauen in eine Wohnung in Tantow eingedrungen und wollten den Schlafzimmerschrank nach Wertsachen durchwühlen. Die 86-jährige Hausbesitzerin konnte die Diebinnen aber vertreiben.

Jetzt wurde ein zweiter Fall aus einer Wohnanlage für betreutes Wohnen der Arbeiterwohlfahrt bekannt. Ebenfalls zwei Frauen mit südländischem Aussehen klingelten bei einer Seniorin und wollten ihr Textilien verkaufen. Als die Frauen in der Wohnung waren, breiteten sie ihre Ware aus. Auch dort lenkte die eine mit ihrer Verkaufshandlung die Seniorin ab. Offensichtlich hatte die Wohnungsinhaberin bereits ihr Portemonnaie heraus gelegt. Nachdem sie einen Pullover und eine Hose gekauft hatte, verschwanden die beiden Damen. Erst Tage später bemerkte die Rentnerin, dass ihre Geldbörse weg war. Inzwischen hat sie Anzeige erstattet.

Plötzlich fliegt die Wohnungstür auf

Ein ähnlicher Fall hatte sich bereits im November 2013 in einer Wohnanlage des Arbeiter-Samariter-Bundes in Prenzlauer ereignet. „Eines Tages klingelte es an der Tür“, erinnerte sich Liselotte Huges. Als sie die Tür nur einen Spalt breit geöffnete hatte, schob eine Frau die Wohnungstür ruckartig ganz auf und lief sofort bis ins Wohnzimmer. Sie hatte einen zusammengerollten Teppich unter dem Arm. Liselotte Huges ging sofort hinterher und sagte der Dame, dass sie nichts brauche. „Ehe ich es mich versehen hatte, rollte sie den Teppich aus und sagte, der passe doch gut hierher und sie könne ihn preiswert haben.

Auch damals war eine zweite Frau, die sich in der Wohnung umsehen wollte. Liselotte Huges versuchte, die Übersicht zu behalten. Sie forderte beide auf, die Wohnung sofort zu verlassen. Wiederholt forderte sie beide auf, ihre Wohnung endlich zu verlassen. Noch immer redeten die Frauen auf die Seniorin ein, wollten sie unbedingt zu dem „günstigen Kauf“ überreden. Als sie drohte, andere Bewohner auf der Etage zu alarmieren, verschwanden die beiden mit ihrem Teppich schnell aus der Wohnung.

Die Polizei rät vor diesem Hintergrund dringend, keine fremden Personen in die Wohnung zu lassen. „Das ist die Masche der Diebe. Sie wollen unbedingt etwas verkaufen und verwickeln die Bewohner in ein Gespräch. Dabei versuchen sie, sie abzulenken. Meist treten sie zu zweit auf: Eine lenkt ab, die andere durchsucht die Wohnung nach Wertsachen“, schildert Polizeisprecher Gerald Pillkuhn die Vorgehensweise der Ganoven. „Oft haben die Diebe die Wohnungen bereits vorher ausgekundschaftet, wo Diebstähle am unauffälligsten sind. Und oft sind die Opfer betagte Bürger, da bei denen die Trickbetrüger wenig Gegenwehr erwarten.“

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