Tödliche Hinterlassenschaft
Munition der Sowjets gesprengt

Tonnenweise werden Maschinengewehr-Hülsen von dem alten Kasernerngelände gesammelt.
Tonnenweise werden Maschinengewehr-Hülsen von dem alten Kasernerngelände gesammelt.
Monika Strehlow

Niemand weiß, wie viele scharfe Granaten und Tellerminen unter dem Munitionsschrott vor den Toren Prenzlaus liegen. Noch schlimmer: Auch Experten können nicht sagen, wann die hochexplosiven Geschosse aus Friedenszeiten den Tod bringen.

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen wurde bei Prenzlau scharfe Munition gesprengt. Erneut ließ André Vogel, Sprengmeister beim brandenburgischen Kampfmittelbeseitigungsdienst, Granaten und Panzerabwehrminen detonieren. Unter dem Munitionsschrott fanden sich auch acht vermutlich noch scharfe Waffen, die die Sowjetarmee nach ihren Rückzug zurückgelassen hatte.

Über vier Jahrzehnte waren dort Einheiten der 25. Panzerdivision stationiert, bis sie um 1989 abgezogen wurden. Zurück blieb das Kasernengelände und der Truppenübungsplatz - die in einer bisher nicht gekannten Ausmaß mit Munitionsschrott belastet sind. "Ich bin seit 1990 dabei. Doch das habe ich noch nicht erlebt", zeigt sich der Sprengmeister geschockt von dem Zustand der Flächen. Für Spaziergänger bestehe kaum Gefahr. Doch warnt er dringend davor, selbst dort suchen zu wollen. Niemand weiß, wo todbringende Kampfmunition liegt, die erst nach dem Krieg in der Sowjetunion produziert wurde.