TöDLICHE HINTERLASSENSCHAFT

Munition der Sowjets gesprengt

Niemand weiß, wie viele scharfe Granaten und Tellerminen unter dem Munitionsschrott vor den Toren Prenzlaus liegen. Noch schlimmer: Auch Experten können nicht sagen, wann die hochexplosiven Geschosse aus Friedenszeiten den Tod bringen.
Monika Strehlow Monika Strehlow
Tonnenweise werden Maschinengewehr-Hülsen von dem alten Kasernerngelände gesammelt.
Tonnenweise werden Maschinengewehr-Hülsen von dem alten Kasernerngelände gesammelt. Monika Strehlow
Roland Sponholz (links) und Ralf Lattenstein vom Kampfmittelbeseitigungsdienst mit Containern voll leerer Signalpatronen.
Roland Sponholz (links) und Ralf Lattenstein vom Kampfmittelbeseitigungsdienst mit Containern voll leerer Signalpatronen. Monika Strehlow
Sprengmeister André Vogel
Sprengmeister André Vogel Monika Strehlow
Eine 115 mm Hohladungsgranatpatrone kurz vor ihre Sprengung.
Eine 115 mm Hohladungsgranatpatrone kurz vor ihre Sprengung. André Vogel
Während der Arbeiten auf dem Gelände war das Betreten natürlich verboten.
Während der Arbeiten auf dem Gelände war das Betreten natürlich verboten. Monika Strehlow
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Prenzlau.

Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen wurde bei Prenzlau scharfe Munition gesprengt. Erneut ließ André Vogel, Sprengmeister beim brandenburgischen Kampfmittelbeseitigungsdienst, Granaten und Panzerabwehrminen detonieren. Unter dem Munitionsschrott fanden sich auch acht vermutlich noch scharfe Waffen, die die Sowjetarmee nach ihren Rückzug zurückgelassen hatte.

Über vier Jahrzehnte waren dort Einheiten der 25. Panzerdivision stationiert, bis sie um 1989 abgezogen wurden. Zurück blieb das Kasernengelände und der Truppenübungsplatz - die in einer bisher nicht gekannten Ausmaß mit Munitionsschrott belastet sind. "Ich bin seit 1990 dabei. Doch das habe ich noch nicht erlebt", zeigt sich der Sprengmeister geschockt von dem Zustand der Flächen. Für Spaziergänger bestehe kaum Gefahr. Doch warnt er dringend davor, selbst dort suchen zu wollen. Niemand weiß, wo todbringende Kampfmunition liegt, die erst nach dem Krieg in der Sowjetunion produziert wurde.

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