Prostituiertenberatung
Neue Töne im Rotlichtmilieu

Nicht auf die Couch, dafür aber ins Büro beim Gesundheitsamt des Landkreises müssen künftig Prostituierte in der Uckermark.
Nicht auf die Couch, dafür aber ins Büro beim Gesundheitsamt des Landkreises müssen künftig Prostituierte in der Uckermark.
Oliver Berg

Käufliche Liebe fand in der Uckermark bislang im Verborgenen statt. Doch jetzt sollen Prostituierte den Behörden gegenüber aus der Anonymität kommen.

Sie heißen Lilly, Thai Sari (28 Jahre), Kendy und Vanessa (23) in Prenzlau oder Trans Chanel (24) in Templin. Glaubt man dem Erotikführer von Berlin und Brandenburg, bieten diese fünf Frauen ihre Körper für sexuelle Dienstleistungen an und gehören damit zum künftigen Klientel einer Verwaltungsmitarbeiterin, die im Landkreis Uckemark für die gesundheitliche Beratung von Prostituierten zuständig ist.

Schon seit dem vergangenen Jahr bereitet sich die Behörde auf diese Aufgabe vor. Hintergrund ist das neue Prostituiertengesetz, das bundesweit am 1. Juli 2017 in Kraft trat. Das Kabinett des Landes Brandenburg hat dazu am 23. Januar die entsprechende Verordnung verabschiedet. Darin ist unter anderem festgelegt, dass die Landkreises und kreisfreien Städte für die gesundheitliche Beratung der Prostituierten zuständig ist, die für diese mit dem Gesetz zur Pflicht wird, erklärte Dr. Michaela Hofmann, Leiterin des Gesundheits- und Veterinäramtes in der Kreisverwaltung Uckermark.

Vollkommen unklar ist nach ihren Angaben, wie hoch der Bedarf ist. Zahlen, wie viele Frauen und Männer dem Geschäft mit der käuflichen Liebe nachgehen, gibt es nicht, allenfalls Schätzungen. Allerdings deuten einschlägige Inserate, Angebote auf Internetseiten oder auch mehr oder weniger bekannte Adressen einzelner Etablissements deuten darauf hin, dass es entsprechende Angebote auch in der Uckermark gibt. In den Gewerbeämtern von Templin, Lychen und Prenzlau liegen allerdings keine Gewerbeanmeldungen vor, lediglich in Schwedt werde einer solcher Antrag derzeit geprüft, hieß es aus der Oderstadt.

Kontakt zur Beratungsstelle: 03332 208137