Prenzlauer Tafel

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Obdachlose zeigen wenig Interesse an Weihnachtsessen

Leiter Peter Kell (rechts) war mit nur vier Bewohnern gekommen.  
Leiter Peter Kell (rechts) war mit nur vier Bewohnern gekommen.
Claudia Marsal

Seit 14 Jahren bekommen Bedürftige in Prenzlau ein Weihnachtsessen gesponsert. Doch diesmal blieb der Sponsor auf vielen Portionen sitzen.

Die Gaststätte „Zur Fischerstraße“ hat am dritten Advent Gänsekeulen mit Rotkohl und Klößen an die „Prenzlauer Tafel“ geliefert. Die Rechnung dafür ging an den SPD-Ortsverein Prenzlau. Bestimmt war das Festmahl für die Bewohner des Obdachlosenheims. Diese werden seit 14 Jahren schon von den Genossen mit einem Weihnachtsessen überrascht. 2017 nahmen allerdings längst nicht so viele Frauen und Männer wie sonst an der festlich gedeckten Tafel Platz.

Weder hungern noch frieren

Woran das lag, konnte Peter Kell, Leiter der Obdachlosenunterkunft, nur mutmaßen: „Viele Bewohner scheuen die Öffentlichkeit. Sie wollen in Ruhe gelassen werden. Das muss man akzeptieren.“ Die anwesenden vier Bewohner stellten dann aber klar, dass sie weder frieren müssten noch Hunger leiden würden, wohlwissend, dass das in der öffentlichen Diskussion oft anders dargestellt werde. „Wir sind versorgt.“ Aber Aufmerksamkeiten wie das Weihnachtsessen erfreuten sie natürlich sehr.

Wünsche zu Weihnachten

21 Menschen leben momentan in der Unterkunft. Nach Wünschen zum Fest befragt, kam einhellig zur Antwort, dass ein Billardtisch toll wäre. Und selbst gebackener Kuchen oder Stollen...

Kontakt: 03984 / 833605