Unsere Themenseiten

:

Odyssee mit kleinem Reh

So ein winzig kleines Rehkitz hat unlängst Franziska Kreinert zwischen Tornow und Göritz aufgelesen. Es lag mitten auf der Straße.
So ein winzig kleines Rehkitz hat unlängst Franziska Kreinert zwischen Tornow und Göritz aufgelesen. Es lag mitten auf der Straße.
Archiv/nk

Was tun, wenn ein Kitz mitten auf der Straße liegt? Vor dieser Frage stand eine Frau aus Carmzow. Auf der Suche nach einer Antwort musste sie feststellen, dass sich offenbar niemand zuständig fühlt.

Franziska Kreinert hat einem Rehkitz das Leben gerettet, zumindest fürs Erste. Sie konnte ihren Pkw nämlich noch im letzten Moment stoppen, als das Tierbaby auf der Straße lag. Doch nach diesem Schreckmoment durchlebte sie mit dem Kleinen eine wahre Odyssee. Die Carmzowerin fand nämlich niemanden, der sich um das Fundtier kümmern wollte.

Polizei, Tierschutzverein und Ökostation in Prenzlau wiesen die junge Frau mit dem Kitz ab. Sie setzte es letzten Endes nach Stunden wieder aus, weil sie sich keinen Rat wusste. Der zuständige Jagdpächter sagte im Nachgang, dass sie es nur vorsichtig an den Fahrbahnrand hätte legen müssen. Es sei normal, dass die Ricken ihren Nachwuchs allein lassen, wenn sie fressen gehen oder sich zum Wiederkäuen niederlegen, beruhigte der Fachmann. "Sie finden die Kitze wieder. Wenn nicht, dann beginnen sie, leise zu fiepen. Das Junge antwortet dann“, gibt der Weidmann den Mutter-Kind-Alltag im Wald wieder. Der Mensch sollte da so wenig wie möglich Einfluss nehmen.

Auf der Straße kann das Tier nicht bleiben

Wenn das Kitz – wie in diesem Fall – mitten auf der Straße liegt, muss natürlich eingegriffen werden. „Hier ist es aber ratsam, sich die Hände vorher mit Gras abzuwischen oder das Kitz mit Grasbüscheln vorsichtig anzuheben und in den Graben zu legen.“ Das ist notwendig, weil die Ricke es sonst des menschlichen Geruchs wegen unter Umständen ablehnt. Franziska Kreinert hofft, dass andere es nun besser machen. Der Gedanke an das kleine Tier lässt sie bis heute nicht los.