Rettungseinsätze auf der A20

Pannen-Auto löst Unfallserie aus

Innerhalb weniger Stunden koordinierten Retter aus der Uckermark zwei schwere Unfälle auf der Autobahn. Sie mussten sich um zehn Verletzte kümmern.
Ines Markgraf Ines Markgraf
Das Fahrzeug wurde beim zweiten Unfall am späten Nachmittag völig zerstört.
Das Fahrzeug wurde beim zweiten Unfall am späten Nachmittag völig zerstört. Polizei
Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun, um den Unfallhergang zu analysieren.
Die Polizei hatte alle Hände voll zu tun, um den Unfallhergang zu analysieren. Polizei
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Prenzlau.

16 Stunden nach dem zweiten großen Unfall, der am Sonnabend Einsatzkräfte auf der A20 in Atem gehalten hat, sitzt Polizeihauptkommissar Stefan Hahlweg schon wieder an seinem Arbeitsplatz. Der gestrige Tag sei eine Herausforderung gewesen, denn normalerweise hätten die Kollegen der Autobahnpolizei diese Unfälle aufgenommen. „Sie waren anderweitig beschäftigt”, erklärte der Dienstgruppenleiter.

Mit fünf Funkwagen waren die Beamten der Polizeiinspektion Uckermark vor Ort. Das Schwierigste bei Einsätzen, bei denen mehrere Fahrzeuge involviert sind, sei es, den Überblick zu behalten. Wer saß in welchem Auto? Wo wird die verletzte Person behandelt? Die Personalien müssen aufgenommen und die Unfallstelle dokumentiert werden, um den Hergang später rekonstruieren zu können, zählte er auf. Vor allem die große Anzahl an verletzten Personen, darunter auch schwer Verletzte, habe einer engen Zusammenarbeit aller Einsatzkräfte bedurft, erklärte Stefan Hahlweg.

Polnischer Pannen-Pkw löste Crash aus

Begonnen hatte die Unfallserie am frühen Nachmittag mit einem liegen gebliebenen polnischen Pkw, der gut 100 Meter vor der Ausfahrt an der Abfahrt Prenzlau Ost stand. Ein Uckermärker, der ebenfalls abfahren wollte, registrierte das zu spät, prallte auf das Fahrzeug und schob es auf die Fahrbahn. Ein Fahrer aus Greifswald konnte nicht mehr bremsen und stieß mit dem polnischen Fahrzeug zusammen.

„Es gab insgesamt sechs Verletzte, vier davon schwer”, sagte Polizeihauptkommissar Stefan Hahlweg. Das Unfallopfer aus der Uckermark sei schwer verletzt in das Krankenhaus nach Neubrandenburg geflogen worden, seine beiden kleinen Enkelkinder nach Greifswald. Die Beifahrerin im Greifswalder Fahrzeug wurde ebenfalls schwer verletzt und in ein Berliner Krankenhaus geflogen. Die beiden anderen Fahrzeugführer wurden in die Krankenhäuser nach Prenzlau und Pasewalk gebracht. „Die schwer Verletzten sind außer Lebensgefahr”, sagte Hahlweg am Sonntagmorgen.

Leere Autobatterie verursachte zweite Unfallserie

Nachdem die Autobahn wieder freigegeben worden war, kam es erneut, nur zwei Kilometer nördlich, gegen 17 Uhr zu einem Crash. Eine Berlinerin, deren Fahrzeug auf der linken Spur nach dem Stau nicht mehr ansprang, war Auslöser einer Karambolage. Ein Pkw fuhr auf das stehende Fahrzeug und überschlug sich. Der Fahrer wurde dabei schwer verletzt und befindet sich im Krankenhaus. Ein nachfolgender russischer Transporter konnte vor der Unfallstelle stoppen, doch das nächste Fahrzeug, so Polizeihauptkommissar Stefan Hahlweg, fuhr auf. Sowohl der Fahrer als auch der Beifahrer waren beim Aufprall verletzt worden.