RETTUNGSAKTION FÜR STORCH

Patient bekommt Fisch und Eintagsküken

Die meisten Störche sind längst ins Warme aufgebrochen. Nur in Werbelow spazierte noch ein Adebar umher. Besorgte Menschen organisierten Hilfe.
Claudia Marsal Claudia Marsal
Langsam wurde die Nahrung für den Storch knapp.
Langsam wurde die Nahrung für den Storch knapp. Claudia Marsal
Uckerland.

In der Gemeinde Uckerland haben sich in den letzten Tagen viele Menschen Sorgen um den letzten Storch der Saison gemacht. Nachdem Ende August die Adebare unsere Gefilde verlassen hatten, war nämlich aufgefallen, dass ein Tier nicht abgeflogen war. Wochenlang spazierte der Vogel auf einer Wiese zwischen Nechlin und Werbelow umher – immer auf der Suche nach Mäusen, Schnecken und anderem nahrhaften Getier. Noch schien die Natur ihm genug Futter zu bieten. Doch was, wenn es kälter wird? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Bewohner der umliegenden Orte. Sogar bei der Prenzlauer Polizei gingen Anfragen zu Meister Adebar ein.

Profi kontaktiert

Die Beamten kontaktierten daraufhin einen Profi. Und siehe da, mit vereinten Kräften gelang es am Mittwochabend, den Storch einzufangen und auf den Pflegehof in Papendorf zu bringen. Dieser wird von einem Verein betrieben, der sich dem Schutz verletzter Wildvögel verschrieben hat. An der Spitze steht Jens Krüger. Der 49-Jährige hatte eigenen Aussagen zufolge mehrere Anläufe unternommen, um den „Bummelletzten“ einzufangen. Denn für einen Abflug in den warmen Süden war es mittlerweile viel zu spät, wie der Experte sagt: „Der Storch lief Gefahr, zu verhungern oder vom Fuchs gefressen zu werden.“

Ins Dorf spaziert

Zum Glück wagte sich der Adebar in dieser Woche dann nach Nechlin hinein. Im Ort fassten sich einige tierliebe Frauen ein Herz und lockten ihn auf ein Gehöft. Dort konnte er nicht mehr weg und Jens Krüger zur Tat schreiten. Der Vogel, so der Storchenpflegehofbetreiber, sei zu schwach zum Fliegen gewesen. „Gebrochen ist zwar nichts, aber er bekommt den Abflug nicht hin.“

Gutes Ende

Jetzt wird er auf dem Storchenhof Papendorf mit drei weiteren Artgenossen, einem Waldkautz und einem Falken dick gefüttert. Es gibt täglich Fisch und Eintagsküken. „Ich bin zuversichtlich, dass wir die Tiere aufgepäppelt bekommen“, sagt Krüger abschließend.

Kontakttelefon: 03973 229077

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