Morbus Crohn
Kranker Junge möchte per Live-Video am Unterricht teilnehmen

Lucas Raase (14) leidet an Morbus Crohn, darf nicht zur Schule – aber seine Eltern Stefanie und Steffen kämpfen dafür, dass er trotzdem am Unterricht teilnehmen kann - per Videokonferenz.
Lukas Raase (14) leidet an Morbus Crohn, darf nicht zur Schule – aber seine Eltern Stefanie und Steffen kämpfen dafür, dass er trotzdem am Unterricht teilnehmen kann – per Videokonferenz.
Benedikt Dittrich

Wegen einer Krankheit darf Lucas Raase nicht zur Schule. Per Live-Video möchte er dennoch am Unterricht teilnehmen - aber es gibt Hürden.

Lucas Raase leidet an der Krankheit Morbus Crohn, einer schmerzhaften, unheilbaren Darm-Erkrankung. Seit Anfang des Jahres schluckt er gegen die Symptome Cortison, doch das Mittel schwächt sein Immunsystem. Deswegen darf er nicht mehr zur Schule – die Eltern Stefanie und Steffen wollen ihn vor jeder Infektion schützen. Seine Lehrer geben ihm zwar freiwillig Nachhilfe am Nachmittag und Freunde versorgen ihn mit Unterrichtsmaterial, doch all die Unterstützung reicht nicht aus: Er würde die neunte Klasse am Scherpf-Gymnasium in Prenzlau vermutlich nicht schaffen, wenn es so weitergeht.

Aus datenschutzrechtlichen Gründen müssen alle zustimmen

Deswegen will er wieder am Unterricht teilnehmen – und ein kleines Gerät aus Norwegen könnte ihm das ermöglichen: Ein Avatar, ein kleiner Roboter, könnte als Stellvertreter für Lucas im Klassenraum sitzen, ausgestattet mit Kameras, Mikrofonen, Lautsprechern und Funktechnologie. Lucas könnte über eine Internetverbindung am Unterricht teilnehmen, wenn er sich melden will, leuchtet auf dem Kopf des Avatars eine blaue Lampe und der Lehrer kann ihn aufrufen. Die Hürden dafür sind allerdings hoch: Alle Eltern von Lucas Klassenkameraden und seine Lehrer müssen zustimmen – sonst verbietet der Datenschutz die Live-Übertragung.