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Schweinemastanlage in Haßleben

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Plakat von Initiative Pro-Schwein mit Brandsatz abgefackelt

Klaus-Dieter Sidow und Frank Skomrock von der Interessengruppe können es kaum fassen. Die Befürworter der Schweinemast wollen eine sachliche Debatte, wie sie sagen. Die Gegner scheinbar nicht.
Klaus-Dieter Sidow und Frank Skomrock von der Interessengruppe können es kaum fassen. Die Befürworter der Schweinemast wollen eine sachliche Debatte, wie sie sagen. Die Gegner scheinbar nicht.
Gerald Bahr

Die Debatte um die Schweinemastanlage in Haßleben erhitzt die Gemüter. Doch einige scheinen von Meinungsfreiheit nichts zu halten. Ein Plakat der Befürworter der Anlage wurde komplett verbrannt.

"Das grenzt an Terrorismus", macht sich Frank Skomrock von der Interessengruppe Pro-Schwein - Für Arbeitsplätze und sozialen Ausgleich Luft. "Wir leben in einer Demokratie, hier gibt es doch eine Meinungsfreiheit", schimpft er weiter.

Was aber in der Nacht von Donnerstag auf Freitag im Ort passiert ist, schlägt dem Fass endgültig den Boden aus und hat mit Meinungsfreiheit gar nichts mehr zu tun. An der Bundesstraße 109 hat die Interessengruppe schon seit geraumer Zeit ein Plakat an einer großen Holztafel platziert. Das wurde nun Opfer eines Brandanschlages. "Der war gezielt und geplant", hieß es vor Ort von mehreren Mitgliedern der Interessengruppe. Am Freitagmorgen roch es vor dem Schild immer noch nach den Grillanzündern, die davor platziert lagen. Auch einige Lappen, getränkt in eine brennbare Flüssigkeit, danach riechen sie zumindest,  lagen noch davor. Das Plakat, eigentlich knallgelb,ist nun völlig abgefackelt, die Hinweis-Tafel "Agrarhistorisches Kabinett" ebenfalls. Eigentlich stand auf dem Plakat "Arbeitsplätze für die Uckermark, Herr Platzeck - wir warten". Gelb ist das Plakat nur noch an einer Ecke, mit einer Rußschicht überzogen. "Uckermark - wir warten" ist jetzt noch zu lesen.

Die Holztafel selbst ist noch intakt, aber nur weil eine Einwohnerin Haßlebens gegen 23 Uhr den Brand bemerkte und das Feuer löschte. Zum Glück, denn das hätte auch viel schlimmer ausgehen können. "Das war sau-gefährlich und absolut fahrlässig", sagt Skomrock. Schließlich steht das Plakat auf einer Wiese, Büsche und Bäume sind nur wenige Meter entfernt. Dann kommen Wohnhäuser. "Hätte sie das Feuer nicht gelöscht, hätte sonstwas passieren können", sagte er.

 Die Polizei geht von einem Sachschaden von ungeefähr 200 Euro aus, wie es von der Polizeidirektion Ost hieß. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.