BÜRGERMEISTER WEHRT SICH

Prenzlau zu Unrecht in rechte Ecke gestellt?

Der Verein „Opferperspektive” unterstellt der Kreisstadt eine hohe Dichte an rechter Gewalttaten. Der Bürgermeister verwahrt sich dagegen.
Hendrik Sommer, Bürgermeister der Stadt Prenzlau
Hendrik Sommer, Bürgermeister der Stadt Prenzlau AlexandraMartinot
Prenzlau.

Der Verein „Opferperspektive“, der seit 20 Jahren Betroffenen rechter Gewalt in Brandenburg Beratung anbietet, sieht in Prenzlau einen Schwerpunkt rechter und fremdenfeindlich motivierter Gewalttaten. Gemessen an der Einwohnerzahl gebe es in der Uckermark-Kreisstadt die höchste Dichte an rechten Gewalttaten in ganz Brandenburg, so der Verein, der sich dabei auf die Chronologie der Fälle beruft.

Prenzlaus Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) wies in einem Gespräch mit dem Uckermark Kurier diese Behauptung „in aller Deutlichkeit“ zurück. Eine solche Aussage sei pauschalisierend und unterschlage die Anstrengungen der Stadt, die sie für eine gelingende Integration unternimmt, so Sommer.

Kein Konsens zwischen Stadt und Verein

Auf Initiative des Bürgermeisters hat es inzwischen ein zweistündiges Gespräch zwischen Vertretern des Vereins und der Stadt Prenzlau gegeben. Ein Konsens konnte dabei noch nicht erzielt werden. „Wir wollen in Zukunft versuchen, verstärkt in Prenzlau aktiv zu werden“, sagte Anne Brügmann vom Verein „Opferperspektive“. Dabei solle auch klargestellt werden, „dass wir mit der Chronologie nicht von rechten ‚Hotspots‘ reden, sondern von Vorfällen rechter Gewalt.“ Dabei zähle immer auch die subjektive Einschätzung der Betroffenen, betont Anne Brügmann.

An der Aussage, dass Prenzlau aktuell eine der gefährlichsten Städte in Brandenburg sei, was Angriffe auf Flüchtlinge anbelangt, könne indessen nichts relativiert werden, beharrt Anne Brügmann. Der Grund: Im Vergleich zum Vorjahr hat die „Opferperspektive“ in Prenzlau eine starke Zunahme fremdenfeindlicher Übergriffe registriert.

Kritik am Vorgehen des Vereins

„Ausgehend von den Opfern von Straftaten zu behaupten, dass sich eine ganze Menschengruppe in der Stadt unsicher fühlt, empfinden wir als diffamierend, zumal dies nicht den Tatsachen entspricht“, kritisiert Hendrik Sommer die Vorgehensweise des Vereins. „Gespräche mit Geflüchteten, wie auch Menschen, die tagtäglich mit Geflüchteten arbeiten, zeigen für Prenzlau ein anderes Bild.“

„Unabhängig davon werden wir 2019 ein Konzept vorstellen und realisieren, das darauf abzielt, für beide Seiten – Einheimische wie auch Geflüchtete – noch mehr an einem gegenseitigen Verständnis und der gebotenen Toleranz im gesellschaftlichen Miteinander zu arbeiten“, stellte Hendrik Sommer in Aussicht.

Mit dem Konzept solle ein gemeinsamer Weg beschritten werde, der aber nicht bedeuten dürfe, „dass wir ein Fehlverhalten – von welcher Seite auch immer – dulden oder entschuldigen“, so der Bürgermeister: „Straftaten, egal von wem sie verübt werden, sind zu ahnden und Täter entsprechend zu verurteilen.“

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Kommentare (3)

Wie sicher fühlen sich denn die Prenzlauer mit den Gruppen sogenannter "Flüchtlinge" und wie sieht es im Verhältnis mit deren Straftaten aus?
Man muss die Medaille auch immer von beiden Seiten betrachten!

Diese NGO, Opferperspektive sieht alles aus der rosa roten Brille der Migranten. Warum sollte ein s.g Asylbewerber nicht auf dieser Schiene reiten,wenn er sich dadurch Vorteile erhoffen kann ? Der interessierte Beobachter,weiß doch was und wer hinter diesen NGO,s steckt. Es gibt eben noch wenige Menschen,die in der Realität um die Migranten nicht angekommen sind. Wo bleibt eigentlich die Aufarbeitung der Straftaten,die von Migranten verübt worden sind ?

Totgeschwiegen, vertuscht, klein- und schöngeredet .
Jetzt hat man ja wieder eine solche Straftat im Ruhrgebiet von einem deutschen, von dem nichts genaues gesagt wird , vielleicht ist es ja auch ein Inhaber eines deutschen Passes mit Migrationshintergrund. Jedenfalls wieder 5 Tage lang Schlagzeile Nr 1. Oder noch länger.