KOOPERATION MIT MÜHLENWIRT

Prenzlauer Hopfen wird zu Bier

Eigentlich waren die Pflanzen im Garten am Nordufer nur zur Zier gedacht. Aber dann kam Hobbybrauer Kai Rogozinski eine Idee. Der Gollmitzer schlug der Stadt eine Kooperation vor, zu der sie nicht Nein sagen konnte – die Ernte kann beginnen.
Claudia Marsal Claudia Marsal
Kai Rogozinski wird in den nächsten Tagen ernten.
Kai Rogozinski wird in den nächsten Tagen ernten. Claudia Marsal
Bürgermeister Hendrik Sommer (rechts) begutachtet die Dolden.
Bürgermeister Hendrik Sommer (rechts) begutachtet die Dolden. Claudia Marsal
Prenzlau.

Ach, der schöne Hopfen... Wann immer Kai Rogozinski in den letzten Jahren das Prenzlauer Nordufer passierte, warf der Gollmitzer Mühlenwirt einen Blick auf den dortigen Hopfengarten. Die Pflanzen gediehen von Sommer zu Sommer besser. Doch wenn die Ernte heran war, trockneten die Dolden ein. „Das tat mir irgendwie leid”, sagt der 55-Jährige. Warum nicht den Prenzlauer Hopfen ernten und in der eigenen Brauerei mit zu Bier machen – mit dieser Frage schlug sich der Uckermärker dann eine Weile herum. Als die Entscheidung gefallen war, sich um eine Patenschaft zu bemühen, lief Kai Rogozinski damit bei der Stadt offene Türen ein. Bürgermeister Hendrik Sommer (parteilos) zeigte sich sofort gesprächsbereit.

Nur zur Zier gedacht

„Ursprünglich war der Hopfen ja nur zur Zier gedacht”, resümiert das Stadtoberhaupt. Aber da sich jetzt herausgestellt habe, dass der Standort reiche Ernte bescheren könne, stehe einer Nutzung selbstverständlich nichts entgegen, so Sommer weiter. In dieser Woche nun wurde die Partnerschaft offiziell besiegelt. Der Wirt, der seit anderthalb Jahren in Gollmitz eigenes Mühlenbräu herstellt, ist ab sofort befugt, den Prenzlauer Hopfen mitzuverwenden, quasi eine Prenzlau-Edition für besondere Anlässe herzustellen. Im Gegenzug erklärt er sich bereit, die Kommune bei der Pflege und Düngung der Anlage zu unterstützen. Ob die 2018er Ausbeute noch ergiebig ist, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Zu spät für die Ernte

„Eigentlich ist es ja schon viel zu spät für die Hopfenernte. Man sagt so, bis Ende September macht es noch Sinn. Diesen Termin haben wir leider verpennt, weil ich meinen Vorschlag so spät kundgetan habe”, sagt der Unternehmer selbstkritisch. Aber mehr als ein Spaß zu Werbezwecke dürfte das Ganze ohnehin nicht werden, ist allen beteiligten klar. Denn für eine große Ausbeute wächst im Hopfengarten viel zu wenig Ausgangsmaterial heran. Zum Ansetzen eines Suds, der circa 80 Liter fasst, werden 50 Gramm Bitterhopfen benötigt. „Mal schauen, ob wir diese Menge extrahiert bekommen”, sagt Kai Rogozinski schmunzelnd.

Neben Wein und Apfelsaft

Bürgermeister Hendrik Sommer ist bereits zuversichtlich, dass neben Wein vom Prenzlauer Weinberg und Apfelsaft aus einer stadteigenen Obstplantage nun auch bald Bier die Kreisstadt adeln wird. Schön findet er, dass der Ursprungsort des Hopfens für Prenzlau so eine große Bedeutung hat. An dieser Stelle stand nämlich einmal eine alte Brauerei. Wie das Prenzlauer Bier schmecken wird, dürfte sich frühestens in sechs, sieben Wochen zeigen. So lange bleibt es nämlich nach dem Ansetzen im Fass. Mit ein bisschen Glück können die Teilnehmer des nächsten Bierbraukurses in Gollmitz schon beim Verkosten helfen.

Das Seminar findet am 17. November in der Wassermühle statt. Noch sind ein paar Plätze frei. Telefon: 039852 49141

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