Nach Attacke

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Prenzlauer Überfallopfer hat Angst vor HIV

 David Braun, hier mit Mischling Ali, will nur eins: In Ruhe seine Bewährungsauflagen erfüllen. 
David Braun, hier mit Mischling Ali, will nur eins: In Ruhe seine Bewährungsauflagen erfüllen.
Claudia Marsal

David Braun hat zwei Prenzlauer angezeigt, die ihn überfallen haben sollen. Der 37-Jährige fürchtet, nicht nur äußerlich verletzt zu sein.

Die Kriminalisten der Polizeiinspektion Uckermark ermitteln seit zwei Wochen zum Verdacht einer gefährlichen Körperverletzung am Prenzlauer Georg-Dreke-Ring. Dort soll am 8. April ein 37-jähriger Mann beim Gassigehen mit seinen Hunden überfallen worden sein. Verdächtigt werden zwei Männer (27, 28), die ihn mit einem pistolenartigen Gegenstand bedrohten. Der Geschädigte erlitt Verletzungen an Kopf, Rücken und Armen. In der Wohnung der potenziellen Täter wurde eine Schreckschusswaffe gefunden. Nach der vorläufigen Festnahme kamen sie aber wieder frei.

Arbeitsloser Koch leidet unter Spätfolgen

Einen neuen Stand gibt es bis dato offenbar nicht. Das mutmaßliche Opfer des Überfalls, David Braun, ist damit überhaupt nicht zufrieden. Der arbeitslose Koch leidet unter den Spätfolgen der Attacke. Eine der Wunden am Kopf sei mit 16 Stichen genäht worden und schmerze dauerhaft, sagt der Prenzlauer. Der Kreisstädter ist außerdem überzeugt, dass ihm die Täter eine unbekannte Substanz gespritzt haben, als er bewusstlos war. Der 37-Jährige soll jetzt beim Gesundheitsamt einen HIV-Test machen lassen. Doch er hat Angst, sich zu melden.

Kein unbeschriebenes Blatt

Nicht nur wegen einer eventuellen HIV-Infektion. Auch in punkto Drogen. Was das anbelangt, ist David Braun selbst kein unbeschriebenes Blatt. Doch nach einer Verurteilung wegen Körperverletzung mit Haftstrafe sei er jetzt clean – seit vier Jahren habe er weder Kokain noch LSD genommen. Das könne er sogar bezeugen, weil er noch bis Juni unter Führungsaufsicht stehe. Dazu gehören bei ihm auch Urin-Tests.

Überzeugt, dass es echte Waffen waren

Der 37-Jährige wünscht sich nichts mehr, als dass der Vorfall lückenlos aufgeklärt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden. Und man möge auch seiner Schilderung, dass echte Waffen im Spiel waren, Glauben schenken. Aktuell sei es leider so, dass ihn die Täter immer wieder provozierten und einzuschüchtern versuchten.