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Privatschulen in Brandenburg werden immer beliebter

VonMarie-Luise KloseKleine Klassen, Reitunterricht, Seeblick: Immer mehr Elternschicken ihre Kinderauf kostenpflichtige Privatschulen. Um Elitenbildung ...

VonMarie-Luise Klose

Kleine Klassen, Reitunterricht, Seeblick: Immer mehr Eltern
schicken ihre Kinder
auf kostenpflichtige Privatschulen. Um Elitenbildung macht
man sich in der Mark trotzdem wenig Sorgen.

Potsdam.Sei es aus Unzufriedenheit mit öffentlichen Einrichtungen oder aus Zuneigung zu einem bestimmten Lehrkonzept: Privatschulen sind in Brandenburg zunehmend beliebt. „Das wachsende Interesse an privaten Schulen ist ein bundesweiter Trend“, sagt der Sprecher des Bildungsministeriums, Stephan Breiding. Besuchten im Schuljahr 2002/2003 gerade einmal gut 10000 Schüler private Einrichtungen, waren es im Schuljahr 2012/13 bereits mehr als 27000. Auch die Zahl der Bildungsstätten hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. „Eltern, die unzufrieden sind mit zu großen Klassen und massivem Stundenausfall, setzen häufiger auf private Einrichtungen“, sagt die stellvertretende Sprecherin desLandeselternrates, Sigrid Bartolomé.
Das Angebot der freien Schulen ist bunt gefächert: Montessori, Waldorf, Naturschule. Die Seeschule Rangsdorf bietet sowohl Unterricht am Gymnasium als auch eine Oberschule an. Besonders die Oberschule sei gefragt. „Wir sind proppenvoll und könnten glatt eine zweite aufmachen“, sagt Schulleiter Michael Kriegs. Ein Teil der Schüler besucht zudem das Wocheninternat der Einrichtung. „Eine Eliteeinrichtung sind wir nicht“, betont Kriegs – trotz des maximalen Schulgelds von 420Euro monatlich für das Gymnasium oder gar 1390Euro mit Unterbringung im Internat.
„In Brandenburg gibt es keine Obergrenze für Schulgeld“, erläutert Ministeriumssprecher Breiding. Stattdessen muss der Durchschnitt der Kosten für eine Privatschule auf alle Schüler verteilt unter 135 Euro monatlich liegen. „Einkommensstarke Familien tragen so mehr bei als einkommensschwächere.“ Jede Schule müsse nachweisen, dass keine soziale Auslese stattfindet. Die Seeschule in Rangsdorf vergibt daher zehn bis zwölf Prozent ihrer Plätze an Stipendiaten. Für einen Teil der Schüler trägt dann – wie etwa an der Aktiven Naturschule Prenzlau – das Jugendamt die Kosten.
Günther Fuchs, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, warnt hingegen, dass es gerade in ländlichen Regionen zu wenig staatliche Angebote gebe. „Wir brauchen flächendeckend kleinere Klassen und individuelle Förderung.“