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Protest der Gastwirte zeigt Wirkung

Dieses Schreckensszenario war im Vorfeld der Entscheidung prophezeit worden.
Dieses Schreckensszenario war im Vorfeld der Entscheidung prophezeit worden.
Claudia Marsal

Nicht mehr bewirtschaftete Straßencafés – davor hatten die Prenzlauer Restaurantbetreiber gewarnt, als das Rathaus eine Anhebung ihrer Gebühren in Aussicht stellte. Jetzt haben die Stadtverordneten eine Entscheidung zu dem heiklen Thema getroffen.

"Wir holen unsere Tische und Stühle rein, wenn die neue Satzung kommt." Diese Drohung von Restaurantbetreibern hing seit Wochen in der Luft. Seitdem die Prenzlauer Wirte Wind davon bekommen hatten, dass man im Rathaus über eine Anhebung der Straßencafé-Gebühr nachdenkt, hatte sich massiver Protest formiert. Mit einer Verdopplung der bisherigen Beträge wollten sich die Betroffenen partout nicht abfinden. Der Protest verfehlte nicht seine Wirkung. Die Stadtverordneten wischten jetzt die Erhöhung vom Tisch.

Gastwirt Klaus Scheffel hatte vor der Abstimmung nochmals seinen großen Bedenken Ausdruck verliehen. Er machte deutlich, dass sich mit der Bewirtung im Freien in Prenzlau niemand eine goldene Nase verdiene. Er und seine Kollegen würden den Service nur bieten, um Prenzlau attraktiv zu halten.

Behörde stößt sich an niedrigem Entgeld

Hintergrund der beabsichtigten Gebührenanhebung war eine Forderung der Kommunalaufsicht. In vielen anderen Städten der Region bezahlen Gastwirte das Doppelte und mehr pro Quadratmeter (in Angermünde zwei Euro, in Templin 2,50 Euro). Prenzlau sollte diesen Misstand beheben. "Wir wollten nachjustieren und sind so von 50 Cent pro Quadratmeter auf einen Euro gekommen", argumentierte Bürgermeister Hendrik Sommer. 2013 beispielsweise entrichteten die neun Wirte, bei denen diese Gebühr erhoben werden sollte, insgesamt 1526 Euro. 2014 waren es bislang 1213 Euro.