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Querulant vom Dienst fordert 156 000 Euro von Gauck

Steffen Klemm grübelt viele Stunden am Tag darüber nach, wie er sich gegen vermeintliche Behördenwillkür zur Wehr setzen kann.
Steffen Klemm grübelt viele Stunden am Tag darüber nach, wie er sich gegen vermeintliche Behördenwillkür zur Wehr setzen kann.
Claudia Marsal

Dieser Mann aus Prenzlau macht seit Jahren Behörden und Institutionen das Leben schwer: Er führt einen Papierkrieg gegen alles und jeden.

Aktuell wehrt sich Steffen Klemm bei einer Berliner Bank gegen einen negativen Bescheid zu seinem Kontoeröffnungsantrag und zeigt bei der SCHUFA Holdig AG in Bochum Zähne. Selbst den UN Campus am Platz der Vereinten Nationen hat er per Fax schon auf Trab gehalten, ebenso ist unlängst im Bundespräsidialamt Post von ihm eingegangen. Dort hat sich der 48-jährige Kreisstädter über eine ungewollte Vereinnahmung echauffiert. Er protestierte bei Joachim Gauck dagegen, von der „Firma Bundesrepublik Deutschland 1990 mit der Ausgabe eines eigenen Dokuments als Personal für sich vereinnahmt worden zu sein“. Ohne dass man ihn darauf hingewiesen habe, dass es sich hier um eine Geschäftsbeziehung handele – so steht es jedenfalls in seinem Brief an den ersten Mann des Staates. Aus diesem Grund fordert er 156 000 Euro an Personalkosten, berechnet ab dem 3. Oktober 1990, dem Tag seiner "Vereinnahmung".

Dass Verwaltungsbehörden oder Polizeidienststellen mit solchen Schreiben regelrecht bombardiert werden, ist nicht neu, mittlerweile haben Verfassungsschützer diverse Ratgeber zum Umgang damit herausgegeben. Darin wird empfohlen, sich auf keine Diskussionen mit Bürgern einzulassen. Der dienstliche Schriftwechsel soll auf das Notwendigste beschränkt werden. Das ist offenbar auch bei Klemm der Fall. Er hat keine Antwort bekommen – Widersprüche sind selbstverständlich auf dem Weg.

Kommentare (5)

Warum widmet man diesem Mann einen Artikel - mit Foto? Warum wird in der Überschrift eine Summe genannt, die im Artikel nicht wieder aufgegriffen/erklärt wird? Warum tut er dies überhaupt? Warum hat er nichts anderes zutun, z.B. arbeiten gehen, ehrenamtlich helfen etc.? Wieso, weshalb, warum, wer nicht fragt... schreibt unnütze inhaltlose Artikel!

Ein streitbarer Mann, der nicht nur sich selbst, sondern zahlreiche Behörden über deutsche Grenzen hinaus beschäftigt, für Aufsehen sorgt, ist sicherlich ein strittiges, dadurch aber kein minder unterhaltsames Thema. Aber das Thema so wie der Mann und sein Papierkrieg gehören sicherlich zur Ausnahme.

Wenn ich davon ausgehe, dass der Mann - wie alle anderen auch - am 3. Oktober 1990 "vereinnahmt" wurde, sollte die Bundesrepublik Deutschland bei den aufgerufenen Personalkosten vielleicht einmal darüber nachdenken, den Mann fest einzustellen. So billiges Personal bekommt sie so schnell nicht wieder. Der Mann müsste natürlich im Gegenzug eine andere Gegenleistung erbringen als die Behörden sinnlos in Schach zu halten.

Wieder eine verirrte Seele, die sich nach dem Kaiserreich von 1918 sehnt, nach Fahnenneid und Junkerwahn, nach Obrigkeitsstaat und Revanchismus. Es gibt für diese Menschen gute Medizin gegen Wahnvorstellungen und wenn das nicht hilft, dann gibt es Hilfe in Ueckermünde.

Man kann diesen Mann seines unglücklichen Daseins nur bemitleiden oder baldige Besserung seiner seelischen Gesundheit wünschen.