Eine Fortführung des Probebetriebs der Regionalbahn 63 wurde jetzt abgelehnt (Symbolbild).
Eine Fortführung des Probebetriebs der Regionalbahn 63 wurde jetzt abgelehnt (Symbolbild). Julian Stratenschulte
Signale auf Rot

Regionalbahn-Antrag wird im Ausschuss abgelehnt

Die Bahnline 63 von Eberswalde nach Berlin hat offenbar keinen guten Stand in der Brandenburger Landespolitik. Ein Antrag auf eine Fortsetzung des Probebetriebs wurde jetzt abgelehnt.
Potsdam

Für die Uckermärker Regionalbahnlinie 63 stehen wieder mehr Signale auf Rot. Am Donnerstag lehnte der Infrastrukturausschuss des Potsdamer Landtags einen Antrag von BVB/Freie Wähler zu einer Fortsetzung des Probebetriebs auf der Bahnlinie von Eberswalde nach Templin ab. Zuvor waren diverse Akteure, darunter die Bahnbetreiber DESAG und NEB, im Rahmen einer schriftlichen Anhörung um Stellungnahmen gebeten worden.

„Wir können nicht einfach den Probebetrieb verlängern”

Vertreter der Koalition erklärten im Ausschuss, der Antrag sehe lediglich einen einjährigen Weiterbetrieb der Bahnlinie vor. Dies greife aber zu kurz. Aus der schriftlichen Stellungnahme etwa des Streckenbetreibers gehe ein großer Bedarf für Investitionen an der Strecke hervor, die bei einem lediglich einjährigen Weiterbetrieb aber nicht realisiert werden könne. „Es kann nur um eine längerfristige Perspektive für die RB 63 geben“, sagte der Grünen-Abgeordnete Clemens Rostock. Dafür sei der Antrag der Freien Wähler aber nicht hinreichend.

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Ähnlich formulierte es der SPD-Abgeordnete Sebastian Rüter. „Wir können nicht einfach den Probebetrieb verlängern.“ Auf der Strecke müsse man vielmehr ein „attraktives langfristiges SPNV-Angebot hinbekommen“, sagte Rüter. „Aber jetzt zu sagen, wir machen so weiter wie bisher, halte ich für fahrlässig und nur aus Krawallgründen motiviert.“

Keine konkreten Vorschläge zur Zukunft der Strecke

Der Verkehrspolitiker von BVB/Freie Wähler, Philipp Zeschmann, kritisierte, dass die Koalition keinen konkreten Vorschlag für eine längerfristige Zukunft der Strecke gemacht habe. Mehrere Versuche Zeschmanns, die Koalition zu einem gemeinsamen Antrag zum Erhalt der Strecke zu bewegen, erwiesen sich am Ende aber als formal nicht zulässig.

Der Linken-Abgeordnete Andreas Büttner kritisierte, dass sich in der Vergangenheit zahlreiche Abgeordnete der Koalition in der Region für den Erhalt der Strecke ausgesprochen hättten, und nun den Antrag einfach ablehnten. „Ich halte die Empfehlung der NEB und der DESAG für sehr sinvoll, eine Planung für eine Ertüchtigung der Strecke aufzustellen und den Probebetrieb bis zum Baubeginn weiterzumachen“, sagte Büttner. Dann könne man die Strecke sperren und die Baumaßnahmen konzentriert durchführen. „Aber jetzt wird die Strecke wohl zum Fahrplanwechsel eingestellt.“

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