Uckermärker Handwerkskunst

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Schautage in Potzlower Möbelmanufakur

Marc de la Barré setzt auf Echtholzküchen.
Marc de la Barré setzt auf Echtholzküchen.
Claudia Marsal

Firmenchef Marc de la Barré lädt zum Rundgang ein. Wer sehen will, wie Uckermärker Küchen, Schlafstuben & Co. produzieren, kann ab 19. November zugucken.

Vor den Toren der Kreisstadt hat sich in den vergangenen Jahren eine exklusive Möbelmanufaktur einen Namen gemacht. Seit Juniorchef Marc de la Barré das gleichnamige Familienunternehmen leitet, kann den Erfolgskurs offenbar nichts mehr stoppen. Die Firma wird längst nicht mehr nur mit Rattanmöbeln in Verbindung gebracht. Damit startete der Betrieb zwar vor 32 Jahren. Aber seitdem hat sich das Produktspektrum immens erweitert. Mittlerweile machen handgefertigte Massivholzküchen das Gros der Aufträge aus.

Marktlücke besetzt

Der 37-jährige Unternehmer und seine vier Angestellten produzieren nach Wunsch auf den Zentimeter genau. „Bei uns gibt es nicht, wie bei vielen Herstellern üblich, Rastermaße. Das erleichtert dem Kunden natürlich die Planung.“ Jede noch so kleine verfügbare Ecke im Raum könne genutzt werden. Mit dieser Individualität hat Marc de la Barré eine große Marktlücke besetzt. Einen nochmaligen Boom gab es im Frühsommer 2018, als die Firma zu den ersten großen Schautagen einlud. Damals stürmten Hunderte Neugierige die Manufaktur an der Ortsdurchfahrt. Von den abgeschlossenen Verträgen lebt der Betrieb in den nächsten Monaten noch. Und weil der Chef gemerkt hat, wie groß das Interesse an solchen Schauführungen im alten Handwerk ist, hat er sich entschlossen, nochmals welche anzubieten. Vom 19. bis 25. November erwartet die Belegschaft die Gäste jeweils von 10 bis 18 Uhr.

Handwerkerehre groß geschrieben

Eigens für diesen Zweck entstanden sind in den letzten Woche neue Ausstellungsstücke. Sowohl bei Massivholzküchen als auch Wohnstubenmöbeln und Schlafzimmern gibt es eine große Bandbreite zu sehen. „Was es bei uns nicht gibt, sind Kunststoffteile und beschichtete Pappe“, stellt der Unternehmer klar. „Wer das will, muss sich einen anderen Produzenten suchen.“ Das hat vermutlich auch etwas mit Handwerkerehre zu tun. Wo Massivholz drauf steht, ist auch nur Massivholz drin.

Spende angekündigt

Für die am Montag beginnende Schauwoche hat sich der Potzlower noch etwas Besonderes ausgedacht. Ein Teil der in diesen Tagen gemachten Umsätze wird an das Großprojekt des Ortes gespendet. In Potzlow ist die Kirche gerade dabei, das Gotteshaus zu sanieren. Dabei hat sich herausgestellt, dass nicht nur die Arbeiten am Turm längst das Budget gesprengt haben. Nein, auch für den geplanten Einbau der neuen Kirchturmuhr – schätzungsweise 12 000  Euro – fehlt noch jede Menge Geld. Nachdem die Großmutter von Marc de la Barré eine Privatspende in Höhe von 500  Euro angekündigt hat, fühlt sich nun auch der Enkel verpflichtet, der Gesellschaft etwas wiederzugeben. „Wir profitieren schließlich alle von einem regen Kirchenleben. Und die Kirche ist der Mittelpunkt unseres Dorfes, der schon weithin zu sehen ist“, argumentiert der Geschäftsmann. Einige Vereine und Familien haben bereits ins Portemonnaie gegriffen und etwas gegeben. „Vielleicht werden es nun noch mehr“, hofft Marc de la Barré abschließend.