DISKUSSION UM WECHSEL

Schieben Retter bald 24  Stunden Dienst?

Mitarbeiter im uckermärkischen Rettungsdienst wollen mehr Zeit für ihre Familien. Deshalb fordert der Betriebsrat eine Prüfung des Schichtsystems.
Die Mitarbeiter im Uckermärkischen Rettungsdienst wollen einen Wechsel vom 12- zum 24-Stundendienst.  
Die Mitarbeiter im Uckermärkischen Rettungsdienst wollen einen Wechsel vom 12- zum 24-Stundendienst. Mathias Scherfling
Prenzlau.

Ist bei den Mitarbeitern des Rettungsdienstes der Uckermark ein Wechsel vom 12- zum 24-Stunden-Dienst geplant? Das wollte der Prenzlauer Arzt und SPD-Kreistagsabgeordnete Sebastian Finger von der Kreisverwaltung wissen, der alleiniger Gesellschafter der Uckermärkischen Rettungsdienstgesellschaft (URG) ist.

Deutliche Mehrheit

Tatsächlich werde der Wechsel geprüft, hieß es gleichlautend aus der Geschäftsführung und der Kreisverwaltung. Hintergrund sei eine vom Betriebsrat initiierte Umfrage unter der Belegschaft, bei der sich eine deutliche Mehrheit der 200 Mitarbeiter für den 24-Stunden-Dienst ausgesprochen hatte. Deshalb hatte der Betriebsrat dazu aufgefordert, zu prüfen, ob im Rettungsdienst dieses Schichtsystem umgesetzt werden kann. Diese Abwägung sei bereits im Gange, hieß es.

Kritik nach Wechsel

Das Thema ist nicht neu. Genau genommen wäre die Einführung der 24-Stunden-Schichten eine Rückkehr zum vorangegangenen Modell. Bis 2013 haben die Beschäftigten nach solchen Dienstplänen gearbeitet, bevor die 12-Stunden-Schichten eingeführt wurden. Danach gab es in den Reihen der Retter immer wieder Diskussionen über diese Entscheidung. In Gesprächen führen sie an, dass sich der Rhythmus nachteilig auf das Leben in den Familien auswirke. Ein 24-Stunden-Dienst würde die Erholungsphasen für die Mitarbeiter erhöhen. Die Chancen, ein Wochenende gemeinsam mit der Familie zu verbringen, würden ungleich höher sein, sagen sie.

Abwägung erfolgt

Laut Verwaltung sollen Pro und Contra für die Einführung des 24-Stunden-Dienstes abgewogen werden. Für den Landkreis habe die „qualitativ hochwertige Absicherung des Rettungsdienstes höchst Priorität“, hieß es. Bei der Abwägung müsse nicht nur geprüft werden, wie das angestrebte Modell mit den gesetzlichen Regelungen auf nationaler und europäischer Ebene vereinbart werden kann. Zudem müssten Abstimmungen mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband, den Gewerkschaften und mit den Krankenkassen erfolgen.

 

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