Hilfe bei Alkoholismus
Schleichender Weg in die Sucht

Thomas Peuse betreut die Selbsthilfegruppe „Trocken-Schwäne“.
Thomas Peuse betreut die Selbsthilfegruppe „Trocken-Schwäne“.
Claudia Marsal

Thomas Peuse hat eine Trinkerkarriere hinter sich. Er hat daraus nicht nur eine Konsequenz gezogen.

Thomas Peuse ist trockener Alkoholiker. Nach vielen Jahren der Abhängigheit hat der Prenzlauer den Absprung geschafft. Sein letzter Griff zur Flasche liegt anderthalb Jahre zurück. Seitdem lebt der Fleischer aus Prenzlau abstinent. Sein Weg aus der Sucht war mühsam, wie der 48-Jährige sagt: „Aber der Lohn ist ein völlig neues Lebensgefühl.“

Diese Botschaft will der Kreisstädter in die Welt tragen. Seit Mai 2018 steht er der Selbsthilfegruppe „Trocken-Schwäne“ vor. Ende September hat der Kreisstädter außerdem eine Ausbildung zum Lotsen für Süchtige begonnen.

Alkohol trinken weit verbreitet

„Gesoffen wird viel – in allen Gesellschaftsschichten“, spricht der Kreisstädter aus Erfahrung. Thomas Peuse weiß, dass er seine geglückte Abstinenz nicht nur dem eigenen Willen, sondern vielen Helfern zu verdanken hat. Jetzt will er selbst anderen zur Seite stehen und seine helfende Hand reichen.

Beim Redaktionsbesuch in dieser Woche zeigt der Prenzlauer stolz seinen neuen Ausweis vor. Dieser weist ihn als Vertreter des Lotsen-Netzwerks Brandenburg aus. Ausgestellt hat das Dokument die Brandenburgische Landesstelle für Suchtfragen e. V. „Ich gehöre jetzt quasi zu den ersten Ansprechpartnern für Suchtkranke, die den Weg aus dem Teufelskreis wagen wollen“, erklärt Thomas Peuse zufrieden.

Kontaktaufnahme auch diskret möglich

Dem Uckermark Kurier versichert der Prenzlauer, dass die Kontaktaufnahme nicht zwangsläufig bei den wöchentlichen Treffen der Selbsthilfegruppe passieren müsse. Er weiß, dass die meisten Klienten erst einmal unter vier Augen reden möchten. „Das richte ich gern ein“, sichert der Lotse zu. Was die „Trocken-Schwäne“ anbelangt, gibt es aktuell aber ein Problem.

Der vormals im Haus „Lichtblick“ genutzte Raum steht der Selbsthilfegruppe nicht mehr zur Verfügung. Künftig finden die Treffen an jedem Dienstag ab 18 Uhr in der Brüssower Allee 91 statt. Doch der dortige Bürokomplex sei eigentlich ungeeignet, weil viel zu weit vom Zentrum entfernt, ist sich Thomas Peuse bewusst. Da viele Betroffene keinen Führerschein oder kein Auto haben, sucht er nun nach einer neuen Adresse für die Gruppengespräche. Am liebsten wäre ihm ein Raum direkt in der City, nur kosten darf er so gut wie nichts, weil die Fördergelder für die Arbeit in der Suchtentwöhnung knapp bemessen sind.

Telefon: 0173 1564786

Kommentare (1)

Leider hat unser Staat für seine eigenen Leute kein Geld übrig. Sind es Süchtige oder ist es Altersarmut es ist schon traurig was hier in Deutschland abgeht, Gelder werden überall hin gepumpt außer ins eigenen Land nicht. Jugendclubs und Streetworker wurden abgeschafft, Geld wird für alles Mögliche gekürzt aber Deutschkurse für Immigranten scheinen groß im Kommen zu sein.