ZWEI TODESOPFER

▶ Schmiedeberg von zwei Tragödien erschüttert (Video)

Schmiedeberg bei Angermünde mit seinen circa 150 Einwohnern steht unter Schock. Innerhalb weniger Tage verlieren dort durch Feuer zwei Menschen ihr Leben.
Heiko Schulze Heiko Schulze
Schmiedeberger und Mieter aus dem Haus erheben Vorwürfe gegenüber dem Vermieter, dass die Elektrik in den Wohnungen
Schmiedeberger und Mieter aus dem Haus erheben Vorwürfe gegenüber dem Vermieter, dass die Elektrik in den Wohnungen nicht längst schon erneuert, Brandmelder eingebaut worden sind. Heiko Schulze
Die Unglücksstelle wurde weiträumig abgesperrt.
Die Unglücksstelle wurde weiträumig abgesperrt. Heiko Schulze
Der Sprung aus der oberen Etage sollte die letzte Rettung für den 59-Jährigen sein. Es endete mit seinem Tod.
Der Sprung aus der oberen Etage sollte die letzte Rettung für den 59-Jährigen sein. Es endete mit seinem Tod. Heiko Schulze
Innerhalb weniger Tage müssen die circa 150 Einwohner des Angermünder Ortsteiles zwei schreckliche Katastrophen vera
Innerhalb weniger Tage müssen die circa 150 Einwohner des Angermünder Ortsteiles zwei schreckliche Katastrophen verarbeiten. Heiko Schulze
Ermittler haben ihre Arbeit aufgenommen.
Ermittler haben ihre Arbeit aufgenommen. Heiko Schulze
An diesem Fenster wusste der 59-Jährige,  durch Feuer und Rauch  von einem Fluchtweg abgeschnitten, keinen anderen Ausweg
An diesem Fenster wusste der 59-Jährige, durch Feuer und Rauch von einem Fluchtweg abgeschnitten, keinen anderen Ausweg mehr als zu springen. Heiko Schulze
Im ehemaligen Schloss befinden sich mehrere Wohnungen im unterschiedlichen Renovierungszustand.
Im ehemaligen Schloss befinden sich mehrere Wohnungen im unterschiedlichen Renovierungszustand. Heiko Schulze
Bereits am 3. Oktober ereilte eine Familie im Ort eine schlimme Brandkatastrophe, bei der eine 42-jährige Frau ums Leben
Bereits am 3. Oktober ereilte eine Familie im Ort eine schlimme Brandkatastrophe, bei der eine 42-jährige Frau ums Leben kam. Heiko Schulze
Die Schmiedeberger haben in ihrem Jubiläumsjahr den Ort liebevoll gestaltet. Dass zwei Unglücksfälle innerhalb
Die Schmiedeberger haben in ihrem Jubiläumsjahr den Ort liebevoll gestaltet. Dass zwei Unglücksfälle innerhalb weniger Tage über ihren Ort hereinbrechen, hätten sie nie gedacht. Heiko Schulze
Schmiedeberg.

Wie verzweifelt muss ein Mensch sein, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht als aus einem Fenster circa acht Meter in die Tiefe zu springen? Für den 59-jährigen Berliner, der erst Freitagabend im uckermärkischen Schmiedeberg angereist war, um übers Wochenende wieder einmal die Ruhe und die Natur zu genießen, endete die Nacht zu Sonnabend mit dem Tod.

Idylle gesucht, Tod gefunden

Immer wieder war er in den idyllischen Ort an der B 198 gekommen, um auszuspannen, mit Freunden zu grillen, im Kaulsee zu angeln. Das letzte Mal war es vor circa zwei Monaten gewesen, berichten Nachbarn. In der Wohnungen im oberen Geschoss des ehemaligen Schlosses hatte er ein Gästezimmer, mit den anderen Räumen der Wohnung durch die Küche verbunden.

Fluchtweg versperrt

Dort muss nach bisherigem Ermittlungsstand das Feuer in der Nacht zu Sonnabend ausgebrochen sein, so dass dieses ihm den Fluchtweg versperrte. Am 12. Oktober um 1.38 Uhr werden die Rettungskräfte alarmiert, die sich sofort mit Fahrzeugen und Ausrüstung, darunter eine Drehleiter, aus Angermünde, Greiffenberg, Steinhöfel, Wilmersdorf und Günterberg auf den Weg machen.

Momente der Verzweiflung

Der Sohn der Wohnungsmieterin soll als einer der ersten vom Feuer wach geworden und weitere Hausbewohner alarmiert haben. Ein Mieter aus dem Mehrfamilienhaus, der die verzweifelte Situation des 59-Jährigen mitbekam, versuchte umgehend eine Liege auf den Rasen unterhalb des Fensters zu ziehen, um den drohenden Aufprall des Verzweifelten, der sich mit einem Sprung aus dem Fenster retten wollte, abzumildern. Doch es war zu spät.

 

 

 

Noch während ihrer Anfahrt bekamen die Kameraden der Freiwilligen Wehren über Funk die Meldung, dass der Mann gesprungen sei.

Fünf Wohnungen betroffen

Sofort versuchten Anwohner ihm erste Hilfe zu leisten, doch er starb noch am Unglücksort. Das Feuer kann unter Führung des Einsatzleiters Thomas Heyder von den circa 30 Kameraden recht zügig gelöscht werden. Nach einem ersten Überblick steht fest, dass mindestens fünf Wohnungen in Mitleidenschaft gezogen sind, so das deren Bewohner vorerst nicht wieder dahin zurückkehren können.

Zusammenhalt der Bewohner

Noch in der Nacht kommen sie bei Verwandten, Freunden und Nachbarn unter. Fast bis zum Morgengrauen bleiben Retter und Nachbarn vor Ort, versuchen zu helfen und gleichzeitig gemeinsam das Unfassbare begreifen zu können. „Die Schmiedeberger stehen zusammen”, versucht Ortsvorsteher Bernd Jaskow der bedrückenden Situation wenigstens etwas Positives abzuringen.

Frau verlor ihr Leben

Dennoch ringt auch er noch Stunden später noch immer fassungslos nach Worten. Es ist die zweite Tragödie innerhalb weniger Tage, von der der Ort heimgesucht wird. Erst am 3. Oktober hatte der Ort, der in diesem Jahr sein 700-jähriges Bestehen feiert, eine Brandkatastrophe verarbeiten müssen. Dabei verlor eine 42-jährige Frau, die anlässlich einer Familienfeier in Schmiedeberg weilte, ihr Leben. Nur fünf Tage zuvor, beim Erntedankfest als einem der Höhepunkte im Jubiläumsjahr, schien die Welt für die Schmiedeberger und ihrer Besucher noch in Ordnung. Jetzt ist nichts mehr wie es war.

Umgehende Unterstützung

Bernd Jaskow ist bei allem Schmerz und tiefem Mitgefühl für die Hinterbliebenen und Betroffenen dankbar für das professionelle Vorgehen der Rettungskräfte, die Hilfsbereitschaft, den Zusammenhalt seiner Schmiedeberger. Auch der Angermünder Bürgermeister Frederik Bewer habe bereits nach der ersten Katastrophe umgehend reagiert und unterstützt.

Spendenkonto eingerichtet

Ein Spendenkonto ist von der Stadt eingerichtet worden, denn den Betroffenen ist nicht viel an Habseligkeiten geblieben. Für sie gilt es in den nächsten Stunden und Tage vernünftige Wohnmöglichkeiten zu finden, in denen sie für längere Zeit zur Ruhe finden können.

Aktion am 13. Oktober

Am Sonntag, dem 13. Oktober, lädt die Freiwillige Feuerwehr Angermünde auf dem Gelände ihres Depots am Nordring1, von 8 bis 16 Uhr zu einem großen Trödelmarkt ein, Auch dort kann für die Brandopfer gespendet werden. Die Schmiedeberger werden ebenfalls mit einem Stand vertreten sein, so Jaskow.

Spendenkonto:

Stadt Angermünde

Sparkasse Uckermark

IBAN DE36 1705 6060 3624 0004 29

Betreff: Hilfe für Schmiedeberg

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