Mehr Schnee als angekündigt

Technikausfall beeinträchtigt Winterdienst

Unfallserie im Nordosten. Die Auswirkungen des starken Schneefalls bekommen am Dienstag nahezu alle Uckermärker zu spüren.
Heiko Schulze Heiko Schulze
Räumfahrzeug auf der B 109 zwischen Blindow und Prenzlau.
Räumfahrzeug auf der B 109 zwischen Blindow und Prenzlau. Claudia Marsal
Ein Telefonmast brach Dienstagmorgen in Prenzlau zusammen. Die Freiwillige Feuerwehr Prenzlau kam zum Einsatz.
Ein Telefonmast brach Dienstagmorgen in Prenzlau zusammen. Die Freiwillige Feuerwehr Prenzlau kam zum Einsatz. Claudia Marsal
Hausmeister Eckhard Gohlke war seit dem frühen Morgen in Aktion, um die Parkplätze an der Güstower Straße In Prenzlau schneefrei zu bekommen. 
Hausmeister Eckhard Gohlke war seit dem frühen Morgen in Aktion, um die Parkplätze an der Güstower Straße In Prenzlau schneefrei zu bekommen. Claudia Marsal
Schneehauben auf den Briefkästen.
Schneehauben auf den Briefkästen. Heiko Schulze
Räumfahrzeuge wie hier auf der B 109 kurz vor Malchow waren unentwegt im Einsatz.
Räumfahrzeuge wie hier auf der B 109 kurz vor Malchow waren unentwegt im Einsatz. Claudia Marsal
Die Gefahrenstelle in der Prenzlauer Lindenstraße wurde abgesperrt.
Die Gefahrenstelle in der Prenzlauer Lindenstraße wurde abgesperrt. Claudia Marsal
Der dreijährige Milan hat einen Heidenspaß am Winterwetter. Gemeinsam mit Mama Christin Hoffmann baute der Knirps einen riesigen Schneemann am Prenzlauer Vorstadtbahnhof
Der dreijährige Milan hat einen Heidenspaß am Winterwetter. Gemeinsam mit Mama Christin Hoffmann baute der Knirps einen riesigen Schneemann am Prenzlauer Vorstadtbahnhof Claudia Marsal
Untwerwegs auf der B 109 zwischen Templin und Prenzlau.
Untwerwegs auf der B 109 zwischen Templin und Prenzlau. Lea Rinkleib
Morgenidylle in Röpersdorf.
Morgenidylle in Röpersdorf. Heiko Schulze
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Prenzlau.

Ab dem frühen Nachmittag hat sich die Situation in der Uckermark weitgehend beruhigt. Der Schneefall ist seltener geworden, die Straßen, Fußwege und Bushaltestellen sind von Stunde zu Stunde besser beräumt oder abgestumpft. Doch scheinbar nicht überall, so gibt es beispielsweise Kritik aus der Prenzlauer Friedhofstraße.

Gerald Pillkuhn aus der Polizeiinspektion Uckermark zieht 14 Uhr eine vorläufige Bilanz: Acht Verkehrsunfälle, bei denen es zum Glück bei Blechschäden geblieben ist.

Wer am Dienstag in einen Bus der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft (UVG) einsteigen wollte, der musste gedulden. „Aufgrund der Straßenverhältnisse kam es auf fast allen Linien zu Verspätungen”, so Marko Roscher, Verkehrsleiter bei der UVG. „Zum Glück sind gerade Ferien.”

Rundenzeiten wurden länger

Recht unterschiedliche Reaktionen gibt es am Dienstag zur Arbeit des Winterdienstes. Zwischen Hassleben und Prenzlau war die B 109 beispielsweise nach Berichten von Pendlern gut geräumt, anders der Abschnitt zwischen Hassleben und Templin. Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Templin vom Landesbetrieb Straßenwesen bereiteten sich schon am Montagabend auf den zu erwartenden Schneefall vor, so Leiter Thomas Winegge: „Bevor die erste Schicht um 3 Uhr mit dem Dienst begann, war bereits gestreut worden. Leider hatten wir Technikausfälle zu verzeichnen, die Rundenzeiten wurden dadurch länger.” Zusätzliche Räumtechnik von Partnerunternehmen wurde mit ins Boot geholt. „Es hatte mehr geschneit als angesagt worden war”, ließ Thomas Winegge wissen. Besonders im Raum Petznick und Boitzenburger Land fielen innerhalb weniger Stunden 20 bis 25 Zentimeter Neuschnee.

Schwierigkeiten an der „roten” Ampel

Unverständnis gab es auch darüber, dass mitunter kleine Multicars auf Haupt- und Bundesstraßen zur Schneeberäumung zum Einsatz kamen und diese aufgrund des schmalen Schiebeschildes mehrere Male diese befahren mussten. Am Prenzlauer Marktberg hatten Lkw nach dem Stopp an der „roten” Ampel Schwierigkeiten, wieder anzufahren. Auch einzelne Beereiche wie an der Wohnanlage in der Klosterstraße schienen aus Sicht von Anwohnern zu wenig beräumt, um im Notfall Rettungswagen einen Zufahrt zu ermöglichen. „Die mobilen Poller, die im Notfall entfernt werden können, waren vom Winterdienst regelrecht mit Schnee zugeschoben worden”, berichtete eine Anwohnerin.

Stau und Unfälle auf der Autobahn 11

Auf der Bundesautobahn 11 zwischen den Anschlussstellen Penkun und Autobahnkreuz Uckermark mussten mehreren liegen gebliebene Lkw mit der Unterstützung durch Traktoren von der glatten Fahrbahn gezogen werden. Dadurch bildete sich zeitweise enormer Stau in Richtung Berlin. Blechschäden gab es auch bei einem Unfall, in den zwei Pkw in Nähe der Anschlussstelle Pfingstberg verwickelt waren. Dort ist die Fahrbahn inzwischen wieder frei, berichtete die Autobahnpolizei Bernau gegen 10 Uhr auf Nachfrage des Uckermark Kurier. Bereits in der Nach hatte es auf der A 11 im Bereich Bernau einen schweren Unfall mit einem Lkw gegeben, der sich quer über beide Fahrspuren legte. Das führte zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen.

Telefonmast zusammengebrochen

Die Freiwillige Prenzlauer Feuerwehr wurde Dienstagmorgen in die Lindenstraße gerufen. Dort war ein Telefonmast unter der Last der Schneemassen zusammengebrochen. Den Kameraden blieb zunächst nichts anderes übrig, als auf die Telekom zu warten, denn die Leitung stand noch unter „Saft”. Wie viele Haushalte davon betroffen sind, war bisher noch nicht im Detail zu erfahren.

Zusammenstoß mit Räumfahrzeug

Doch dabei blieb es nicht. Die Mitarbeiter des Winterdienstes und die Beamten der Polizeiinspektion waren in den Morgenstunden pausenlos gefordert. Auf der Anhöhe hinter Güstow Richtung Schönermark, dem Lindenberg, rutschte ein Pkw mitten im dicksten Berufsverkehr in den Graben. Ein erheblicher Stau und eine zeitweilige Vollsperrung waren während der Unfallaufnahme und Bergung die Folge.

Im Prenzlauer Wohngebiet Georg-Dreke-Ring stießen ein Pkw und ein Räumfahrzeug zusammen, zwischen Hassleben und Lindenhagen wurde ein Pkw durch herab fallende Äste beschädigt, in der Oderstadt Schwedt prallten zwei Pkw, in Zichow zwei Lkw aufeinander.